ZDF-Intendant Thomas Bellut © ZDF/Benno Kraehahn
"Neue und faire Spielregeln in der digitalen Welt"

ZDF: Bellut begrüßt Änderung der AVMD-Richtlinie

 

Die geplante Änderung der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (AVMD) stößt bei ZDF-Intendant Thomas Bellut auf Zustimmung. Der nimmt nun aber auch die Bundesländer in die Pflicht, die das Ganze noch in deutsches Recht gießen müssen.

von Timo Niemeier
11.07.2018 - 13:25 Uhr

Die EU will die AVMD-Richtlinie reformiert, das hat auch große Auswirkungen auf den deutschen Markt. So sollen etwa die Werbezeitregulierungen gelockert werden, das wird von den deutschen Vermarktern überwiegend befürwortet (DWDL.de berichtete). Hans Joachim-Strauch, Chef des ZDF-Werbefernsehens, hat sich ebenfalls gegenüber DWDL.de dazu geäußert, sieht die Änderungen jedoch kritisch. Anders als die Privaten sind die Öffentlich-Rechtlichen von speziell dieser Änderung aber nicht direkt betroffen, unterliegen sie durch den Rundfunkstaatsvertrag doch ohnehin noch sehr viel schärferen Restriktionen. Nun hat sich ZDF-Intendant Thomas Bellut grundsätzlich zu den geplanten Änderungen geäußert.

Bellut begrüßt die Annahme der Reform durch den Kulturausschuss des Europäischen Parlaments. Das neue Mediengesetz greife die Veränderung der Medienmärkte, die technologischen Entwicklungen und den Wandel der Mediennutzung auf. "Menschen nutzen Medien heute anders als früher. Auch wenn das klassische Fernsehprogramm derzeit klar vorne liegt, werden Inhalte auf vielen verschiedenen Ausspielwegen konsumiert. Außerdem sind ganz neue Medienangebote hinzugekommen. Faire Rahmenbedingungen für alle Anbieter von audiovisuellen Inhalten sind unabdingbar. Die Richtlinie ist eine gute Grundlage für neue und faire Spielregeln in der digitalen Medienwelt", sagt Bellut.

Unter anderem sieht die Reform der AVMD-Richtlinie vor, dass neue Mediendiensten in der Regulierung den klassischen TV-Sendern angeglichen werden. Youtube und andere Plattformen sollen etwa Produktionsplatzierungen und Sponsoring künftig klar kennzeichnen. Dienste wie Netflix sollen zudem verpflichtet werden, mindestens 30 Prozent europäische Inhalte zu zeigen.

Als "zukunftsweisend" bezeichnet das ZDF die geplanten Regelungen zur Auffindbarkeit von öffentlich-rechtlichen Inhalten. Die geplante Reform sieht vor, dass die verschiedenen Mitgliedstaaten künftig die Auffindbarkeit von solchen Inhalten regeln können, etwa bei Drittplattformen wie Youtube. Dort bestimmt derzeit ein Algorithmus, welche Videos auf der Startseite zu sehen sind. Weil die konkrete Umsetzung der Reform aber Sache der einzelnen Staaten ist, nimmt Bellut nun die zuständigen Bundesländer in die Verantwortung: "Es ist vor allem auch im Interesse der Zuschauer und Nutzer, wenn die Bundesländer im neuen Rundfunkstaatsvertrag klare Regeln für die Auffindbarkeit von Inhalten vorsehen, die für die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft eine besondere Bedeutung haben."

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