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Neues Konzept

"Lead Awards" erfinden sich nach einjähriger Pause neu

 

Ausgerechnet zum 25-jährigen Jubiläum fiel die Verleihung der "Lead Awards" im vergangenen Jahr aus. Die Pause hat man auch genutzt, um das Konzept umzukrempeln: Künftig stehen die Macher im Vordergrund, auch Mainstream-Titel finden Berücksichtigung

von Uwe Mantel
03.12.2018 - 15:55 Uhr

Schon die Verleihung der Lead Awards 2017 fand nur noch im kleinen Rahmen statt, im vergangenen Jahr fiel die Veranstaltung dann mangels Geldgeber gleich ganz ins Wasser. Doch nun hat Markus Peichl, Chef der Lead Academy, die den Preis vergibt, mit Porsche einen neuen Hauptsponsor gefunden, der mit dem Porsche Award auch einen eigenen Preis an den "besten Independent-Blattmacher des Jahres" vergeben wird. Daneben zählen weiter "Spiegel", "SZ", "FAZ", "Zeit" und DuMont zu den Sponsoren.

Die Pause hat man auch genutzt, um den Preis grundsätzlich zu überarbeiten. Statt der Magazine an sich stehen künftig Köpfe und Macher der Magazin-, Zeitungs- und Online-Titel im Vordergrund. Man schaut nicht mehr nur auf Optik, sondern vor allem auch auf Inhalte. Und man will auch raus aus der Nische: Künftig haben auch Massen- und Mainstream-Titel Chancen auf eine Auszeichnung. "Einen erfolgreichen Bigseller oder ein breitenwirksames  Lifestyle-Magazin zu machen, erfordert eine große blattmacherische Anstrengung", sagt der LeadAwards-Vorsitzende Markus Peichl. "Das hat sich bei der Preisvergabe in der Vergangenheit nicht immer deutlich genug niedergeschlagen. Durch das neue Jurierungs- und Kategorierungssystem ist gewährleistet, dass zusätzlich zu den publizistischen Leitmedien künftig auch alle anderen Gattungen Berücksichtigung finden."

Die Personalisierung des Preises versteht die LeadAcademy vor dem Hintergrund von Fake-News-Debatte, Manipulationsvorwürfen und Hate-Post-Eskalationen als "notwendiges Signal zur Stärkung einer freien, unabhängigen, couragierten Presse". Peichl: "In Zeiten, in denen Journalisten und Blattmacher angegriffen werden, in denen ihre Rolle in Frage gestellt und ihre Lauterkeit angezweifelt wird, halten wir es nur für logisch, sie als Personen in den Vordergrund zu rücken, sie persönlich auszuzeichnen und ihnen damit persönlich für ihre Leistung und Beharrlichkeit zu danken." Insgesamt richten die LeadAwards ihren Fokus dadurch zusätzlich zu den visuellen Aspekten nun auch verstärkt auf Inhalte. "Die tiefgreifenden Veränderungen im Rollenverständnis von Presse und Publizistik machen das einfach erforderlich. Die Medienwelt ist völlig anders als vor fünf oder sechs Jahren, unser Jurierungssystem und unsere Kategorien waren aber seit 20 Jahren gleich. Jetzt tragen wir den neuen Gegebenheiten Rechnung."

Nach wie vor sind Einreichungen oder Bewerbungen nicht möglich, das Auswahl- und Vorschlagsrecht liegt allein bei der LeadAcademy, wo eine zwölfköpfige Vorjury rund 450 Magazine, 70 Zeitungen und 200 Online-Angebote sichtet und eine Vorauswahl trifft. Über die Nominierung und Preisvergabe entscheidet dann eine 30-köpfige Experten-Jury. In jeder Kategorie werden einmal Gold, einmal Silber, einmal Bronze sowie bis zu acht Auszeichnungen vergeben.

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