RTL Group © RTL Group/Eric Steichen
Zusammenarbeit im Konzern stärken

Fremantle soll mehr für Sender der RTL Group produzieren

 

Die Führung der RTL Group hat entschieden, dass Fremantle demnächst mehr für die Sender der eigenen Gruppe produzieren soll. Einen ähnlichen Schritt mit Red Arrow hatte zuletzt auch ProSiebenSat.1 angekündigt. Die Luxemburger wollen zudem Synergien im Bereich VoD heben.

von Timo Niemeier
05.12.2018 - 08:53 Uhr

Die RTL Group will, ähnlich wie ProSiebenSat.1, Sender- und Produktionsgeschäft künftig näher aneinanderrücken. Das ist das Ergebnis eines Treffens der Führungsmannschaft des Konzerns. So haben 90 Führungskräfte des Unternehmens beim RTL Group’s Management Summit 2018 entschieden, dass Fremantle künftig mehr für die Sender der eigenen Gruppe produzieren soll. Gleichzeitig soll Fremantle auch weiterhin High-End-Drama-Serien für externe Partner in allen wichtigen Märkten produzieren.

Was das konkret für Auswirkungen auf den deutschen Markt haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Die UFA-Gruppe, die zu Fremantle gehört, ist schon heute der wichtigste Produzent für die Sender der Mediengruppe RTL. Dem Vernehmen nach soll Fremantle mit seinen Tochterunternehmen künftig vor allem auch in anderen Ländern wie den Niederlanden mehr für die RTL-Sender produzieren. Auch ProSiebenSat.1 kündigte vor wenigen Wochen an, RedSeven Entertainment solle künftig verstärkt für die Sender der Gruppe produzieren (DWDL.de berichtete). International sind ebenfalls entsprechenden Tendenzen zu erkennen.

Darüber hinaus hat die RTL Group nun auch entschieden, 2019 auf eine gemeinsame Technologie-Lösung im Bereich VoD setzen zu wollen. Das heißt: Die Geschäftseinheiten in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Niederlande arbeiten zusammen und bringen ihr Wissen im Bereich VoD ein. Da man das Rad nicht in jedem Land neu erfinden kann und will, arbeitet man künftig in Bereichen wie Data und Algorithmen zusammen. Die Differenzierung der verschiedenen VoD-Plattformen in den Ländern erfolgt schließlich über die Inhalte. Die verschiedenen Einheiten in den Ländern sollen auch weiterhin flexibel agieren können, heißt es von der RTL Group.

In Deutschland arbeitet die Mediengruppe RTL ja schon seit einiger Zeit an einem großen Relaunch von TV Now. Erst am Dienstag ging die Beta-Version der neuen Plattform online (DWDL.de berichtete). Für die User ändert sich durch die Zusammenarbeit wohl recht wenig, sie bekommen auch weiterhin die lokalen Inhalte der jeweiligen Sender zu sehen. Durch die Kooperation im Technik-Bereich will man insgesamt aber viele Synergien heben, Geld sparen und die besten VoD-Features aus den verschiedenen Ländern überall verfügbar machen. Mehr Details zur geplanten Kooperation will die Gruppe am 14. März 2019 bekanntgeben, dann werden die Geschäftszahlen 2018 veröffentlicht.

Habets will "lokale Streaming-Champions"

Dem Vernehmen nach will die RTL Group in den kommenden drei Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die technologischen und inhaltlichen Neuerungen stecken. Auch TV Now soll ja bekanntlich künftig mit eigenen Produktionen aufwarten. Bert Habets, CEO der RTL Group, sagt: "Mit dem sich schnell ändernden Nutzerverhalten und dem Aufkommen globaler Techgiganten hat sich unsere ‘Total Video’-Branche von einer lokalen zu einer globalen Wettbewerbslandschaft gewandelt. Deshalb haben wir eine umfassende, konzernweite Transformation begonnen. Wir werden uns mehr denn je darauf konzentrieren, die Kreativität zu fördern, nahe am Publikum zu sein, mehr Risiken einzugehen und mehr Zusammenarbeit innerhalb der RTL Group zu knüpfen."

Und ähnlich wie ProSiebenSat.1-CEO Max Conze nimmt auch Habets das Wort "Champion" in den Mund. "Über allem steht unser strategisches Ziel, lokale Streaming-Champions aufzubauen". Conze selbst hatte zuletzt ja einen "deutschen Champion" im Bereich VoD angekündigt. Mit der Ankündigung jetzt wird das aber immer unwahrscheinlicher. Alles läuft auf zwei große, konkurrierende Plattformen hinaus. Habets sagt, man sei optimistisch, das Ziel eines lokalen Streaming-Champions zu erreichen. Dabei verweist er auch auf die gestiegenen Abo-Zahlen von TV Now - konkrete Zahlen nennt er aber nicht.

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