© X Filme/Degeto/Sky/Beta Film
Radio-Update vom 14. Juni

Hörspiel-Serie zu "Babylon Berlin", BLM kauft Antennen

 

Wenn Das Erste die Serie "Babylon Berlin" Ende des Jahres im Fernsehen zeigt, dann wird es auch eine Hörspiel-Adaption des Romans von Volker Kutscher geben. Außerdem: UKW-Verbreitung in Bayern gesichert, Sender für "Junge Nacht" stehen fest

von Uwe Mantel
14.06.2018 - 11:42 Uhr

Babylon Berlin
© X Filme
Während bislang nur zahlende Sky-Abonnenten die von ARD und Sky koproduzierte Serie "Babylon Berlin" sehen konnten, rückt nun die Ausstrahlung im frei empfangbaren Fernsehen langsam näher. Begleitet wird sie von der Hörspiel-Serie "Der nasse Fisch", die von Radio Bremen, WDR und RBB gemeinsam produziert wird. Wei bei der TV-Serie handelt es sich auch hier um eine Adaption des Romans von Volker Kutscher, in dem Kommissar Gereon Rath und Charlotte Ritter im pulsierenden Berlin der Weimarer Zeit ermitteln. Das Hörspiel leuchtet die Geschichte von mysteriösen Mordfällen, korrupten Polizisten und verschollenem "Russengold" neu aus. Die Bearbeitung stammt von Thomas Böhm, die Komposition von Verena Guido. Den Soundtrack spielte sie mit dem WDR-Funkhausorchester ein. Die Hörspiel-Serie wird hochkarätig besetzt sein. Mit dabei sind u. a. Ulrich Noethen, Peter Lohmeyer, Reiner Schöne, Alice Dwyer und Ole Lagerpusch. "Wir haben mit 'Der nasse Fisch' eine Vorlage, die sich wunderbar in eine klangvolle Audiofassung verwandeln lässt. Die Geschichte im swingenden Berlin der 20er Jahre wird ein besonderes Hörerlebnis", verspricht Regisseur Benjamin Quabeck. "Natürlich stehen auch bei uns Gereon Rath und Charlotte Ritter im Mittelpunkt, aber die Hörspiel-Serie geht die Geschichte nochmal anders als der Film an." Veröffentlicht wird die Hörspiel-Serie zum Start der TV-Ausstrahlung Ende des Jahres zuerst in der ARD-Audiothek, danach wird sie in den Kultur- und Informationswellen und im Deutschlandradio ausgestrahlt. "Rund um die Serie im Fernsehen werden wir auch in den Radios und im Netz ein großes programmliches Feuerwerk abbrennen, das in all seinen Facetten - ob Fernseh- oder Hörspielserie, Podcast oder Doku - faszinieren und bewegen wird", sagt Jan Weyrauch, Programmdirektor Radio Bremen.

1Live neues Logo
© WDR
Wie wir in der vergangenen Woche bereits berichtet haben, ist in dieser Woche die neue "Junge Nacht der ARD" gestartet, die von 1Live in Köln produziert wird - und bislang auch nur dort zu hören ist. Während man auch auf Nachfrage in der vergangenen Woche beim WDR noch nicht sagen konnte, welche Sender genau im Lauf des Sommers die Sendung übernehmen sollen, ist diese Luste nun bekannt: Künftig werden N-JOY (NDR), DASDING (SWR), Fritz (RBB), Sputnik (MDR), YOU FM (HR) und UNSERDING (SR) das nächtliche Gemeinschaftsprogramm ausstrahlen. Wann es los geht, ist von Sender zu Sender unterschiedlich und wurde noch nicht bekannt gegeben.

BLM
© BLM
Während in mehreren Teilen Deutschlands die UKW-Verbreitung über das Monatsende hinaus angesichts fehlender Einigungen zwischen den neuen Antennen-Besitzern und den Sendenetzbetreibern noch immer nicht gesichert ist, sodass die Bundesnetzagentur ein Eilverfahren eingeleitet hat, sind die Verhältnisse in Bayern klar: Dort hat die Bayerische Landeszentrale für neue Medien über ihre Tochter Bayerische Medien Technik alle UKW-Sender und Antennen für den privaten Rundfunk von Media Broadcast erworben. BLM-Präsident Siegfried Schneider: "Der Kauf der UKW-Sendeanlagen durch die bmt erhält die heutigen UKW-Strukturen in Bayern und stellt damit die UKW-Versorgung im Freistaat sicher. Er ermöglicht es außerdem, selbst gestaltete Preisentwicklungen zu erarbeiten und ein Cherry Picking zwischen attraktiven und weniger attraktiven Hörfunk-Standorten zu vermeiden. Alle bisherigen Standorte bleiben weiter bestehen." Das Engagement der Landeszentrale ändere aber nichts an dem "mittelfristigen Ziel, auf eine preiswertere terrestrische DAB+-Infrastruktur umzusteigen", so Schneider.

Geldscheine
© Chobe / photocase.com
Für die Beschäftigten bei privaten Radios, die dem Tarifverband Privater Rundfunk angehören, wird derzeit über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. Die Gewerkschaften DJV und Ver.di fordern für die 600 Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 200 Euro mehr pro Monat. Die erste Verhandlungsrunde ging dabei Ende vergangener Woche noch ohne Abschluss zu Ende. "Für die Mitarbeiter im Privatfunk erwarten wir deutliche Einkommenssteigerungen, die die im Zuge der Digitalisierung gesteigerten Erwartungen an die Arbeit aufwiegen. Die Arbeitgeberseite war dazu grundsätzlich bereit. Ein tragfähiger Vorschlag beziehungsweise ein erstes Angebot konnte noch nicht gemacht werden. Die Verhandlungen sollen deshalb in Kürze fortgeführt werden. Wir erwarten für die Berufseinsteiger im technischen und redaktionellen Bereich eine stärkere Erhöhung der Einstiegsgehälter, dafür brauchen wir die Mindesterhöhung", erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

Rüdiger Knott
© NDR/Christine Raczka
Rüdiger Knott, der bis 2004 elf Jahre lang an der Spitze des Hamburger Stadtsenders NDR 90,3 stand, ist am Sonntag im Alter von 74 Jahren seiner schweren Erkrankung erlegen. NDR-Intendant Lutz Marmor: "Rüdiger Knott hat sich nie allein für die Nachricht interessiert, er hatte immer auch die Schicksale dahinter im Blick. Er war ein kenntnisreicher Kollege, für sein Team ein hervorragender Chef und ein überaus liebenswürdiger Mensch. Wir werden ihn sehr vermissen. Mein besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Kindern." Knott kam nach seinen ersten Berufsjahren bei der dpa 1974 zum NDR, 1989 wurde er Wortchef, drei Jahre danach Wellenchef von NDR 2. In gleicher Funktion kam er 1993 zu NDR 90,3 ins Landesfunkhaus Hamburg. Nach seiner Pensionierung machte sich Rüdiger Knott einen Namen als Künstler. Eine Ausstellung mit seinen Objekt-Collagen ist derzeit im Gremienbüro des NDR in Hamburg zu sehen. Seit vielen Jahren engagierte sich Rüdiger Knott außerdem für das Obdachlosen-Magazin "Hinz & Kunzt" und für das Hamburger Spendenparlament.

Teilen

Kommentarbereich anzeigen