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Radio-Update vom 12. Juli

Kritik an WDR 2 und WDR 4, Jubiläum für Militärsendung

 

Zu viele Gewinnspiele, Geplauder statt Radiocomedy und zu wenig Formatvielfalt: Ein Gutachten im Auftrag des WDR-Rundfunkrats attestierte den Reformen von WDR 2 und WDR 4 zwar Erfolge, benannte aber auch inhaltliche Fehlentwicklungen.

von Uwe Mantel
12.07.2018 - 11:20 Uhr

WDR Westdeutscher Rundfunk
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Die aktuelle Audio-MA attestierte WDR 2 in dieser Woche steigende Hörerzahlen. Von den Aufsehern gab es in dieser Woche für die Programmmachern aber einiges an Kritik. Der WDR-Rundfunkrat hatte die Programmänderungen bei WDR 2 und WDR 4 durch ein Gutachten prüfen lassen. "Insgesamt zeigen die Reformen solide Erfolge, bei der Programmqualität allerdings, die für den WDR-Rundfunkrat im Vordergrund steht, gibt es Ansatzpunkte zur Verbesserung", fasst Andreas Meyer-Lauber als Vorsitzender des Gremiums zusammen. Die beiden Professoren Konrad Scherfer und Helmut Volpers kamen in ihrer Analyse zwar zu dem Schluss, dass die Wellen nun "besser unterscheidbar und auf ihre jeweiligen Zielgruppen abgestimmt" seien und attestieren dass bei WDR 2 "die Informationsleistung weiter auf hohem Niveau" liege. Bei WDR 4 sei hingegen wochentags "keine qualitative Aufwertung der journalistischen Inhalte bzw. redaktionelle Vertiefung durch Hintergrundberichterstattung zu erkennen." Im Gegenteil: "In der Sendezeit montags bis freitags von 6 bis 21 Uhr sind sowohl der Informationsumfang als auch der NRW-Bezug leicht gesunken", heißt es in der Studie.

WDR2
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Explizit kritisiert wird die hohe Zahl von Gewinnspielen in beiden Wellen. Eine weitere Zunahme könnte demnach insbesondere den öffentlich-rechtlichen Charakter von WDR 2 infrage stellen. Wörtlich heißt es in der Studie: "Das Image von WDR 2 als Informationsleitwelle wird durch dieses simple und anspruchslose Unterhaltungselement, das typisch für das Privatradioformat ist, beschädigt." Dem Anspruch, die journalistische Qualität von WDR 2 und WDR 4 zu stärken, werde zudem der Rückgang der Formatvielfalt nicht gerecht. Aufwändige, gebaute Beiträge seien ebenso seltener zu hören wie Radio-Comedys. Stattdessen gebe es "mehr Moderatoren-Geplauder" oder Hinweise in eigener Sache. Für die Analyse war jeweils eine Sendewoche vor und nach der Reform ausgewertet worden. Mit den Ergebnissen wird sich nun der Programmausschuss befassen, um Empfehlungen an den Sender abzuleiten. Das komplette Gutachten steht online.

NDR Info
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In diesen Tagen feiert eine ganze spezielle Radiosendung bereits ihren 50. Geburtstag: Seit einem halben Jahrhundert berichtet der NDR Hörfunk in der Sendereihe "Streitkräfte und Strategien" kritisch über Entwicklungen der Militär-  und Sicherheitspolitik. Die Sendung ist einzigartig in der ARD und läuft alle 14 Tage jeweils am Samstag und Sonntag 30 Minuten lang mit Analysen, Interviews und Reportagen auf NDR Info. Die Reihe gibt es auch als Podcast. Die Manuskripte der Sendung werden seit Jahren kostenlos als Newsletter verschickt. Zum Jubiläum gibt's am 14. Juli um 19:05 Uhr eine einstündige Jubiläumsausgabe. Eingegangen wird dabei auf die wichtigsten Ereignisse, die in der Sendereihe in den vergangenen 50 Jahren thematisiert und analysiert worden sind. So geht es beispielsweise um die sogenannte Nachrüstungsdebatte und die Aufstellung von US-Mittelstreckenraketen in Europa in den 1980er Jahre, um die Abwicklung der Nationalen Volksarmee der DDR nach der deutschen Einheit, aber auch um den von der Bundeswehr angeforderten Luftschlag bei Kunduz sowie die Gorch-Fock-Affäre. Der Podcast zur Jubiläumssendung ist sogar 75 Minuten lang.

Radio B2
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Baden-Württemberg bekommt zwei neue DAB+-Radioprogramme. Vorstand und Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) haben dem Schlagerradio „radio b2“ und dem lokalen „Radio Seefunk RSF“ den Zuschlag für eine Digitalradio-Ausstrahlung gegeben. Eine Auswahlentscheidung war nicht notwendig. Die beiden Sendekapazitäten waren auf dem landesweiten DAB+-Multiplex frei geworden, nachdem das Schlagerradio VHR seine Zuweisung zurückgegeben hatte und auch das DAB+-Projekt mit zwei Nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) und einem Lernradio auslaufen wird. Sie hatten ihre Programme im Wechsel über einen DAB+-Kanal ausgestrahlt.

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