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Radio-Update vom 8. November

Massive Nachrichten-Kürzung bei MDR-Jugendwelle Sputnik

 

MDR Sputnik plant eine massive Kürzung seiner Nachrichten. Diese soll es demnächst nur noch montags bis freitags in der Morningshow des Senders zu hören geben. Außerdem: Schon über elf Millionen Deutsche nutzen Smart Speaker.

von Alexander Krei
08.11.2018 - 11:56 Uhr

MDR Sputnik
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Die Jugendwelle MDR Sputnik wird künftig mit deutlich weniger Nachrichten auskommen. Eigenproduzierte Nachrichten sollen künftig nur noch in der Morningshow "Sputnik Tag und Wach" von 5 bis 9 Uhr gesendet werden. Einen entsprechenden Bericht von "Flurfunk Dresden" bestätigte der MDR auf DWDL.de-Nachfrage. Am Wochenende werden die Nachrichten sogar komplett entfallen. "Im Sinne einer zielgenauen Ansprache der Nutzerinnen und Nutzer verstärken wir hintergründige Inhalte und Einschätzungen im Programm, um unserem Publikum Orientierung zu geben und einzuordnen, was politische und gesellschaftliche Ereignisse für das eigene Leben bedeuten", erklärte der MDR. Man setze künftig auf neue Formate, darunter den Podcast "Team Raimund - Dein Tagesupdate". Weitere seien in der Entwicklung.


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Mit Formaten dieser Art wolle man "auf das zeitsouveräne Nutzungsverhalten unserer Zielgruppe" antworten und ihr "auf unterschiedlichen digitalen Plattformen jederzeit Orientierung, Information und Beratung" bieten, teilte die MDR-Pressestelle gegenüber DWDL.de mit. "Die Gründe hierfür liegen darin, es mit den dem MDR zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln und in der Zusammenarbeit mit anderen MDR-Angeboten, zum Beispiel MDR aktuell, zu schaffen, der jungen Zielgruppe Inhalte zu bieten, die sie erreichen, bewegen und begeistern. Dabei stellen wir die Bedürfnisse unserer Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt: informieren, orientieren und unterhalten." Nach Informationen von "Flurfunk Dresden" sind auch andere Bereiche des MDR-Hörfunks von den Kürzungen betroffen, darunter MDR Kultur, für das künftig weniger Beiträge produziert werden sollen.

Alexander Kind
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Alexander Kind übernimmt ab Januar 2019 die Programmleitung von R.SA in Sachsen. Er folgt auf Axel Hose, der den Sender seit März interimsweise führt, sich aber ab Januar wieder wie geplant seinen Aufgaben als Leiter Programmstrategie innerhalb von Regiocast in Kiel konzentrieren wird. Kind kommt vom Berliner Sender Star FM, den er seit 2009 als Programmchef führt. "Alexander Kind hat in verschiedenen Führungspositionen über viele Jahre hinweg gezeigt, dass er spitz formatierte Sendermarken erfolgreich führen und zukunftsfähig aufstellen kann", sagt Friedrich A. Menze, Geschäftsführer von R.SA. "Wir sind überzeugt, dass wir mit Alexander Kind einen ausgewiesenen Radioprofi für die Programmverantwortung von R.SA gewinnen können."

RMS
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Eine Studie des Radio-Vermarkters RMS belegt, dass Sprachassistenten und Smart Speaker auch in Deutschland keine Nischenprodukte mehr sind. Über elf Millionen Deutsche sind demnach bereits aktive Nutzer von Smart Speakern wie Google Home, Amazon Echo/Dot oder Apple HomePod und etwa sechs Millionen Deutsche planen die Anschaffung eines intelligenten Lautsprechers im nächsten halben Jahr. Als Aufstellort der Smart Speaker ist vor allem das Wohnzimmer (75 Prozent) sehr beliebt. Auch in der Küche (26 Prozent) und dem Schlafzimmer (25 Prozent) sowie im Kinderzimmer (11 Prozent) werden die Geräte platziert. Die mit Abstand beliebteste Funktion der Geräte ist das Abspielen von Audio-Inhalten, also Musik-Streaming-Dienste, Radiosender oder Podcasts. 63 Prozent der aktiven Nutzer mit einem Smart Speaker im Haushalt gaben an, dass sie deutlich mehr Audio hören, seitdem ein solches Gerät in ihrem Haushalt vorhanden ist.

Radioplayer
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Der Radioplayer hat auf dem DABWorldForum in Berlin einen Hardware-Prototyp für hybriden Rundfunkempfang vorgestellt. Basierend auf jahrelangen Marktforschungen beteiligter Industriepartner wie WorldDAB, Digital Radio UK, RadioDNS oder Audi soll er zeigen, wie Hörer und Sender sich Radio im "Connected Car" wünschen. Es handelt sich um eine Multiplattform, die alle drei Verbreitungswege in sich vereint. Der Senderwechsel auf der Android-Software erfolgt über das Tippen auf ein Senderlogo, das Streichen über den Bildschirm oder Drücken der Lenkradtasten. In der nächsten Entwicklungsphase sollen nun Sprachsteuerung in Kombination mit Podcasts und Personalisierung eine Rolle spielen.

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