Das Erste & ZDF © ARD/ZDF
Während private Unterhaltung punktet

Kohl-Sonderprogramm stößt auf verhaltenes Interesse

 

Mit umfangreichen Programmänderungen reagierten Das Erste und das ZDF auf den Tod von Helmut Kohl. Das Interesse am teils gegeneinander laufenden Sonderprogramm war allerdings eher gering. Besser lief es für "Let's Dance" und auch die ProSieben-Filme.

von Marcel Pohlig
17.06.2017 - 08:56 Uhr

Aufgrund des Todes des Altbundeskanzler Helmut Kohl stellten Das Erste und auch das ZDF am Freitagabend weite Teile ihres Programmes um und erinnerten an den Mann, der als Kanzler der deutschen Einheit in die Geschichte einging. Die Zuschauer hätten am regulären Programm aber wohl mehr Gefallen gefunden: Mit 2,55 Millionen Zuschauern und 9,8 Prozent fiel das Interesse an Doku "Kanzler der EInheit" im ZDF verhalten aus. In der Zielgruppe sahen 290.000 Zuschauer zu, womit das ZDF, genauso wie beim "ZDFspezial" im Vorabendprogramm, genau vier Prozent erzielte. Insgesamt sahen 2,41 Millionen Zuschauer die Sondersendung nach den "heute"-Nachrichten, die von 3,54 Millionen Zuschauern gesehen wurden.

Als Das Erste zur besten Sendezeit mit der Sondersendung "Zum Tode Helmut Kohls" an den Altkanzler erinnerte, sahen 2,06 Millionen Zuschauer zu, was mauen 7,9 Prozent entspricht. Das anschließende Portrait "Helmut Kohl – Ein europäischer Patriot" sahen 1,81 Millionen Zuschauer, womit Das Erste 6,7 Prozent erreichte. Mit 560.000 Zuschauern lief es aber zumindest in der jüngeren Zielgruppe solide, wurden hiermit doch genau sieben Prozent erreicht. Die am Vorabend eingeschobene Extraausgabe der "Tagesschau" verfolgten übrigens 1,64 Millionen Zuschauer. Schwer tat sich der Fernsehfilm "Die Konfirmation", der am Abend anderthalb Stunden später als geplant lief und dann nur noch 1,95 Millionen Zuschauer und magere 8,2 Prozent vorweisen konnte. In der jungen Zielgruppe sahen 390.000 Zuschauer zu. Das ZDF unterhielt mit der "SOKO Leipzig" diesmal 3,43 Millionen Zuschauer.

RTL verzichtete auf eine Sonderprogrammierung und beließ es bei den regulären Nachrichten, die am Freitag von 2,73 Millionen Zuschauern gesehen wurden. In der Primetime blickten die Kölner wie geplant auf 10 Jahre "Let's Dance" zurück und sicherten sich damit beinahe den Primetime-Sieg. 3,32 Millionen Zuschauer sahen den Rückblick der Tanzshow, womit RTL einen Marktanteil von dreizehn Prozent erreichte. In der Zielgruppe landete RTL mit der Sendung angesichts von 1,32 Millionen Zuschauern und starken 17,0 Prozent an der Spitze. Der Marktanteil fiel damit übrigens höher aus als bei so mancher Live-Ausgabe der diesjährigen Staffel.

Toll verlief der Abend aber auch für ProSieben, das mit "Transformers 3" einen Marktanteil von 12,6 Prozent erzielte – ein Jahresbestwert für die Freitags-Blockbuster. 960.000 Zuschauer schalteten in der Zielgruppe ein. Insgesamt waren es 1,42 Millionen Zuschauer und 5,7 Prozent. "Aeon Flux" wurde anschließend noch von 590.000 Zuschauern gesehen, was einem guten Marktanteil von 12,4 Prozent entspricht. Weniger Glück hatte erneut Sat.1, das mit "Couchgeflüster" zur besten Sendezeit nicht über 550.000 Zuschauer und 7,1 Prozent in der Zielgruppe hinaus kam. Mit "Jetzt wird's tierisch" ging es anschließend auf miese 6,0 Prozent bergab.

Die Nachrichtensender waren am Freitag übrigens eher wenig gefragt. Als die Eilmeldung über die Ticker lief, sahen um 18:00 Uhr 180.000 Zuschauer eine erste Sondersendung von n-tv. Eine Stunde später waren es schon nur noch 110.000 Zuschauer; der Marktanteil sank in der klassischen Zielgruppe von 1,1 auf 0,6 Prozent. Mit der Primetime-Doku zu Kohl wurden ebenfalls 110.000 Zuschauer erreicht; in der Zielgruppe reichte es für ein halbes Prozent. Bei N24 schalteten um 18:00 Uhr zunächst nur 80.000 Zuschauer ein, eine halbe Stunde später waren es 110.000 Zuschauer. Danach bewegte sich der Springer-Kanal bei 70.000 bis 100.000 Zuschauern. In der Zielgruppe begann die Sonderberichterstattung mit 40.000 Zuschauern und einem Prozent, bewegte sich kurz etwas auf 1,1 Prozent nach oben und sank dann rasch auf letztlich nur noch 0,2 Prozent.

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