Der Streit zwischen dem NDR und "Focus" beschäftigt auch weiterhin die Gerichte und geht nun in eine neue Runde. Der "Focus" hat eine weitere einstweilige Verfügung gegen den NDR erwirkt. So darf der NDR nicht weiter verbreiten, dass gegen den "Focus"-Redakteur Josef Hufelschulte ein Ermittlungsverfahren wegen Erpressung laufe. Dies habe das Landgericht München I entschieden. Bei Zuwiderhandlung droht ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder sechs Monate Ordnungshaft für NDR-Intendant Plog.
Postwendend hat der NDR aber bereits Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung angekündigt. NDR Sprecher Martin Gartzke: "'Panorama' hält den Gerichtsbeschluss für unberechtigt und wird dem Gericht die Gründe dafür darlegen." Der zuständige Staatsanwalt Hans-Joachim Lutz habe dem NDR am Mittwoch mitgeteilt: "Aufgrund einer Strafanzeige des Privatdetektivs Werner Mauss ermitteln wir gegen Josef Hufelschulte wegen Erpressung. Eingeleitet wurde das Verfahren am 25. April 2007, die Ermittlungen dauern an."
Ende April ließ "Focus" bereits per einstweiliger Verfügung verschiedene andere Aussagen aus einem Bericht der Magazine "Zapp" und "Panorama" untersagen. Mitte Mai hat der in den Berichten beschuldigte "Focus"-Redakteur Josef Hufelschulte vor dem Landgericht Hamburg zudem noch eine Gegendarstellung durchgesetzt, die in "Zapp" verlesen werden muss. Auch gegen diese Entscheidung hat der NDR Widerspruch eingelegt, an diesem Freitag steht die Verhandlung an.
Auslöser waren Berichte in den Magazinen "Panorama" und "Zapp" über eine Spitzelaffäre und ein vermeintlicher "schwungvollen Handel mit geheimen Terrorakten", in den der "Focus"-Redakteur involviert sei.
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