Zum zweiten Mal fand in diesem Jahr im Rahmen des medienforum.nrw der "Konvergenzkongress" mit Themen wie Podcasts, Blogs und Co. statt. An sich ist das sicher eine gute Sache - neuere Entwicklungen zu ignorieren würde dem Anspruch einer Veranstaltung, die sich schließlich "Medienforum" und nicht "Fernseh- und Printforum" nennt, sicher nicht gerecht werden. Nur an der Umsetzung hapert es etwas.
So fand am Montag und Dienstag der Fernsehkongress statt, am Mittwoch nun - unter anderem - der Podcastday. Und zwischen beidem hat man offenbar so etwas wie eine chinesische Mauer eingezogen. Die Folge: An den ersten beiden Tagen konnten sich die Macher der "klassischen" Medien gegenseitig in ihrem Glauben bestärken, für sie werde sich grundlegend nichts ändern. Das Fernsehen von morgen werde so aussehen wie das Fernsehen von heute und dieses "Internetzeug" ist alles zwar irgendwie faszinierend und bestimmt auch voller Chancen, aber in erster Linie mal Firlefanz.
Widersprochen hat ihnen keiner - weil schlicht keiner zu Wort kam, der ein Interesse hatte, ihnen zu widersprechen. Vertreter aus der Internetszene, Podcaster oder Blogger waren zu den großen Panel-Diskussionen in der Regel nicht eingeladen. Am dritten Tag sitzen hier nun die Vertreter aus der Podcaster-Szene und beschwören - ebenfalls unwidersprochen - den großen Wandel. Nun sucht man Vertreter der klassischen Medien weitgehend vergeblich.
Einer Diskussion, so möchte man meinen, täte aber hin und wieder eine zweite, eine andere, eine polarisierende Meinung ganz gut. Genau daran kranken aber viele Panel-Diskussionen auf dem medienforum.nrw. Und so halten sich auch die Erkenntnisgewinne, gerade an diesem dritten Tag, eher in Grenzen. Allgemeine Aussagen über die weitere Entwicklung gibt es selten, meist erschöpfen sich die Diskussionen in der Vorstellung eigener Angebote und bestehender Geschäftsmodelle.
Und so ist es auch nur folgerichtig, dass sich auch das Interesse in Grenzen hält. Am Morgen musste bereits die große Auftakt-Panelrunde zum Konvergenzkongress unter dem recht aussagelosen Thema "Nichts ist unömglich?" vom großen Auditorium in einen kleineren Raum verlegt werden, nachdem die Zahl der Zuhörer allzu gering war. Und auch sonst ist die Menge der Personen, die sich am dritten Tag in den Rheinparkhallen der Kölnmesse aufhalten, eher übersichtlich. Für das medienforum.nrw 2008 wäre es vielleicht eine Überlegung wert, die strikte Unterteilung in "Fernsehkongress", "Printkongress" und "Konvergenzkongress" zu überdenken und die Vertreter der unterschiedlichen Lager miteinander diskutieren zu lassen.
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