"Er wird kommen, da bin ich mir sicher. Günther Jauch, der zu den glaubwürdigsten Journalisten unter den Fernsehjournalisten Deutschlands zählt, gehört ganz einfach zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Und wenn er kommt, dann kommt er zur ARD, wohin sonst", zeigt sich ARD-Programmdirektor im Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" überzeugt. Es ist Struves Kunst des Aussitzens zu verdanken, dass er diese Aussage überhaupt tätigen kann. Eigentlich müsste er schon längst von Bord gegangen sein, würde man ihn an seinen Worten messen. Aber mit Rückgrat hat es der ARD-Programmdirektor nicht: Und so blieb er, auch als der Wechsel von Jauch zur ARD spektakulär platzte. Stattdessen träumt er weiter.
Und er vertröstet sich bis zu einem Wechsel von Jauch mit Anne Will. "Sie wird alle Erwartungen übertreffen" ist Struve sich sicher. Sein Versprechen: "Es gibt keinen Quotendruck, sie hat einen Vertrag über eine längere Zeit, sie muss nicht bangen, falls es mal ein Quotental zu durchschreiten gäbe. Sie bekommt die Ruhe, die es braucht, wenn eine Sendung dem Publikum neu vorgestellt wird." Eine Erwartung an die Show hat er dennoch. "Wenn 3,5 Millionen Menschen 'Anne Will' einschalten, dann werde ich zufrieden sein", sagt Struve. Die Neugier der Zuschauer und der "Tatort" dürften dafür sorgen, dass dieses Minimalziel locker erreicht wird.
von 


