Logo: SpiegelgruppeLaut Michael Jürgs, ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift "Stern", war die Ablösung von Stefan Aust als Chefredakteur der Zeitschrift "Der Spiegel" "von langer Hand geplant". Das sagte der Publizist im Interview mit der Fachzeitschrift "journalist". Demnach habe der Ablöse-Prozess bereits mit der Entmachtung des Verlags-Geschäftsführer Karl-Dietrich Seikel begonnen. Auf Seikel folgte zu Beginn des vergangenen Jahres Gruner + Jahr-Mann Mario Frank.

Laut Jürgs soll neben Frank und Spiegel TV-Chef Fried von Bismarck auch der Gruner + Jahr-Verlag, der 25,5 der Anteile des Spiegel Verlags hält, eine größere Rolle in der Ablösung Austs spielen, als bisher angenommen. Den Vorgang der Ablösung selbst bezeichnete Jürgs gegenüber dem "journalist" als "saudumme und zudem geschäftsschädigende Demontage eines erfolgreichen Chefredakteurs". Dazu gehöre auch die bislang erfolglose Suche nach einem Nachfolger. "Bevor man so einen Mann weghaut, muss man einen neuen an der Hand haben", so Jürgs.
 


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In ZDF-Moderator Claus Kleber, der den Posten des "Spiegel"-Chefredakteurs im Dezember abgelehnt hatte, sah Jürgs einen geeigneten Kandidaten. Die derzeitige Suche nach einem Neuen an der Spitze solle in Jürgs Augen "in Ruhe und vor allem im Geheimen" erfolgen. "Eine Auflage von 700.000 schaffen die 'Spiegel'-Redakteure jede Woche auch allein. Um über eine Million zu kommen brauchen sie einen Chefredakteur mit dem richtigen Gespür", sagte Jürgs dem "journalist".