Logo: DFLDer Vermarktungspoker der Bundesliga ist ein beeindruckendes Schauspiel von anhaltender Dauer. Und auch wenn inzwischen die umstrittene Position des Bundeskartellamts im Mittelpunkt der Auseinanderstzung steht, so ist dabei die Tatsache, dass an erster Stelle die DFL und damit die Bundesliga mehr Geld wollen als bisher, außer Acht geraten. Man hat sich bei der Liga also auch nach dem Debakel mit der Rechtevergabe an Arena, wieder bewusst für einen riskioreichen Weg entschieden, über deren Beschwerlichkeit man jetzt wiederholt klagt.

Mit der DFL klagt jetzt aktuell auch Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß, der gegenüber dem Magazin "Focus Money" schwere Vorwürfe gegen die ARD erhebt. Hoeneß bezichtigt den öffentlich-rechtlichen Sender, das Bundeskartellamt zu beeinflussen. "Ich bin sauer auf die ARD. Sie steckt hinter der Entscheidung des Kartellamts", so Hoeneß im Magazin "Focus Money". Der Bayern-Manager spricht sich für eine stärkere Orientierung am PayTV-Markt aus - und will die ARD links liegen lassen. "Wer sagt denn, dass wir mit der ARD weiter zusammenarbeiten müssen? Wir müssen das Pay-TV, und damit Premiere, wie noch nie pushen", fordert Hoeneß.
 
 
 
Für Heiterkeit sorgte am Mittag schon ein Statement von Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball. Er beschwerte sich über die "unverständliche Position des Bundeskartellamtes" und betonte anschließend: "Der Sport darf nicht wie eine Industrie behandelt werden." Auch hier sollte man sich in Erinnerung rufen, dass es die Liga selbst ist, die den Gewinn durch die TV-Vermarktung maximieren will. Zu beurteilen, wer also hier was kapitalisiert und zur Industrie macht, bleibt jedem selbst überlassen. Auch die Position des Kartellamt muss man nicht sicher kritiklos hinnehmen.
 
Doch verwundert es schon, dass sich die DFL mit der Zusammenarbeit mit Kirch bzw. Sirius schon wieder für das Risiko entschied. Der Streit um den Ball wird uns jedenfalls noch länger erhalten bleiben; die DFL ihr Verhältnis zur ARD weiter verschlechtern und die Vereine müssen noch länger um eine gesicherte Finanzierung bangen, so lange man keine Lösung für den Vermarktungs-Poker gefunden hat.