Austria-Update vom 4. März
Führungswechsel bei Canal+, Details zur CNBC-Aufstellung
© Adam Jeffrey, CNBC
Lange war Martijn van Hout Geschäftsführer von Canal+ in Österreich, nun hat er das Unternehmen verlassen. Außerdem: Die genaue Aufstellung des deutschsprachigen CNBC-Ablegers. Und der ORF-Betriebsrat zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
© CANAL+ Austria/Eva Manhart
Martijn van Hout
Bei Canal+ kommt es zu einer weitreichenden, personellen Veränderung. Bereits in der vergangenen Woche hat Martijn van Hout seinen Abschied vom Unternehmen angekündigt - nach 22 Jahren. Martijn van Hout war zuletzt Country Manager DACH und Geschäftsführer von Canal+ in Österreich. Canal+ Austria äußerte sich zunächst nicht zur Nachricht von van Hout, die dieser bei LinkedIn postete und auch direkt an verschiedene Journalistinnen und Journalisten verschickte. Mittlerweile hat Canal+ angekündigt, dass Peter Kail neuer Geschäftsführer des Österreich-Geschäfts ist. Kail kam 2013 als Director of Acquisition & Retention Marketing zu Eviso Austria und wurde 2015 zum Managing Director ernannt. 2021 wechselte er als Director of Telecom Partnerships zu Canal+ International nach Paris, nun der Wechsel zurück nach Wien. Über die Gründe des Umbaus schweigt sich Canal+ aus. Yassine Bouzoubaa, CEO Canal+ Benelux & Central Europe, bedankte sich jedoch bei van Hout für seine 22-jährige Tätigkeit im Unternehmen.
© Adam Jeffrey, CNBC
Der für 2027 geplante, deutschsprachige Ableger des US-Wirtschaftsnachrichtensender CNBC hat einen wichtigen Meilenstein genommen. So habe man mittlerweile die behördlichen Genehmigungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten, hieß es in einer Pressemitteilung. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für den geplanten Markteintritt im deutschsprachigen Raum geschaffen. Wie die Tageszeitung "Der Standard" berichtet, ist mittlerweile auch die genaue Aufstellung der C-DACH Business News Holding GmbH, die hinter dem Sender steht, bekannt. Demnach hält Unternehmer und Investor Alexander Schütz, der früher auch hohe Summen an die ÖVP gespendet hat, rund zwei Drittel am Sender. Das dürfte dafür sorgen, dass das Projekt noch genauer beobachtet wird als ohnehin schon. Der Österreicher ist auch mit 1,15 Prozent am österreichischen Rechtsaußen-Portal "Exxpress" beteiligt, auch seiner Frau, von der er getrennt lebt, gehören Anteile. Mit dem österreichischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz betreibt Alexander Schütz eine Investmentgesellschaft (Mehr dazu lesen Sie hier).
© Puls 4
Apropos Alexander Schütz: Der Unternehmer ist bekanntlich auch in der Puls-4-Gründershow "2 Minuten 2 Millionen" als Investor zu sehen, dort tritt er künftig aber etwas kürzer. Wie der Sender jetzt angekündigt hat, teilt er sich den Platz im Format künftig mit HR-Expertin Manuela Lindlbauer, die ihren ersten Einsatz bereits in der Ausgabe am 10. März haben wird. "Drei Frauen, drei Männer, das ist für mich ein starkes Signal für modernes Unternehmertum auf Augenhöhe. Ich freue mich sehr, erstmals als Investorin bei ‚2 Minuten 2 Millionen‘ dabei zu sein", sagt Lindlbauer.
© ORF/Sat.1/Petro Domenigg
"Kommissar Rex" meldet sich nach Ostern zurück. Die neuen Folgen der Serie werden nicht nur in Sat.1 ab dem 13. April jeweils montags ab 20:15 Uhr zu sehen sein, sondern auch in ORF 1. 24 Stunden vorher erfolgt zudem die Veröffentlichung auf ORF On. MR-Film hat insgesamt sechs neue Episoden in Spielfilmlänge produziert. Maximilian Brückner übernimmt in der Serie die Rolle von Kommissar Max Steiner, der als erfahrener Kriminalbeamter gemeinsam mit seinem Schäferhund Rex Verbrechen aufklärt. Sein Kollege Inspektor Felix Burger wird von Ferdinand Seebacher dargestellt, als Pathologe Dr. Tom Wippler ist Alfred Dorfer zu sehen. Doris Golpashin komplettiert als Chefin Major Evelyn Leitner das neue "Kommissar Rex"-Team.
© ORF
In diesem Jahr wird die Stelle des ORF-Generaldirektors neu ausgeschrieben - und in diesem Verfahren kommt es zu Veränderungen. Künftig muss der Job neun Monate vor Amtsantritt ausgeschrieben werden, für 2026 gilt noch eine Ausnahme, hier muss die Ausschreibung acht Monate vor dem 1. Januar 2027 erfolgen - also Anfang Mai. Bislang galt, dass die Ausschreibung sechs Monate vor Amtsantritt veröffentlicht werden musste. Hintergrund der Änderung ist eine Umsetzung des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes. Auch die "fachliche Eignung", die bislang von Bewerberinnen und Bewerbern vorausgesetzt wurde, hat die Politik konkretisiert. Die entscheidende Abstimmung über den oder die künftige/n ORF-Generaldirektor/in findet in diesem Jahr am 11. August statt.
© Photocase
Diese Meldung kommt aus der Kategorie "ungewöhnlich": Weil durch eine Gesetzesreform Zulagen in vielen Altverträgen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF gestrichen wurden, wendet sich der Zentralbetriebsrat jetzt an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Der "Kurier" hatte zuerst darüber berichtet. Die Reform betraf rund 600 Mitarbeitende, alle kamen noch vor 2004 ins Unternehmen. Durch die Reform wurden Wohnungs-, Familien- und Kinderzulagen in den Verträgen gestrichen. Der Verfassungsgerichtshof hatte bereits entschieden, dass diese Änderung "verhältnismäßig" gewesen sei, der Betriebsrat kritisierte das als "unverständlich" und "Einladung an populistische Regierungen", nun will man die Sache noch einmal vor dem EGMR verhandelt wissen.
© ORF/GEPA Pictures/Armin Rauthner
Der ORF hat einige wichtige Fußballrechte für die kommenden Jahre verlängert, so werden viele ÖFB-Wettbewerbe weiterhin beim öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen sein. Gesichert hat sich der ORF jetzt die Nutzungsrechte bis inklusive der Saison 2029/30 am ÖFB-Cup der Männer und Frauen, wobei die Männer deutlich präsenter im Programm sein werden. Auch alle Heimspiele der österreichischen Nachwuchs-Nationalteams bleiben im ORF, hinzu kommen alle Heimspiele des Frauen-Nationalteams. Und auch mindestens 24 Spiele pro Saison der Frauen-Bundesliga gibt’s im ORF zu sehen. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann: "Nach der Verlängerung der Ski-Rechte mit dem ÖSV vor wenigen Wochen unterstreicht nun auch die Verlängerung mit dem ÖFB die Position des ORF als wichtigster Medienpartner des heimischen Sports – und das ganz im Sinne der heimischen Fußballfans, die sich auf viele Live-Übertragungen freuen können."
Österreich in Zahlen
© ORF/Thomas Ramstorfer
Der ORF hat im Februar die Schallmauer von 40 Prozent Marktanteil geknackt. Über alle Sender hinweg erreichte man 40,4 Prozent Marktanteil. Während ORF 2 leicht auf 20,8 Prozent nachgab, kletterte ORF 1 auf starke 16,6 Prozent. Profitiert hat die Gruppe unter anderem von den Olympischen Winterspielen, aber auch von anderen reichweitenstarken Übertragungen wie dem Wiener Opernball, Krimis und "Bergdoktor". Für den ORF war es der erfolgreichste Februar seit zwölf Jahren.
© ORF
Bei den ganz jungen Zuschauerinnen und Zuschauern zwischen 12 und 29 Jahren lag die gesamte ORF-Gruppe im Februar bei 39,9 Prozent. Nach Unternehmensangaben ist das der beste Wert seit 23 Jahren gewesen. In der Altersklasse 14-49 waren die beiden Hauptsender, ORF 1 und ORF 2, ebenfalls nicht zu schlagen und erreichten 17,6 und 11,0 Prozent. Gegenüber dem Februar 2025 legte ORF 1 um fast 4 Prozentpunkte zu.
© ATV/Servus TV/Puls 4
Reichweitenstärkster Privatsender war einmal mehr ServusTV, das sich über einen Monatsmarktanteil in Höhe von 3,7 Prozent freuen konnte. Damit lag man einen Prozentpunkt vor Puls 4, im Vergleich zum Februar 2025 mussten die Salzburger jedoch einen kleinen Rückgang hinnehmen. Bei den 12- bis 49-Jährigen erzielte ServusTV 3,3 Prozent und lag recht klar hinter ATV (3,9 Prozent) und Puls 4 (4,9 Prozent). Während sich ServusTV und ATV im Vergleich zum Vorjahres-Januar stabil hielten, legte Puls 4 deutlich zu. Gut liefen hier unter anderem "2 Minuten 2 Millionen" und "Roadtrip Australien".
Führungswechsel bei Canal+, Details zur CNBC-Aufstellung
URL zu diesem Artikel: https://www.dwdl.de/austriaupdate/105740/fuehrungswechsel_bei_canal_details_zur_cnbcaufstellung/
© DWDL.de GmbH, 2001-2026