Austria-Update vom 22. Juli
Spitzen-Quoten für WM-Finale im ORF, neue Förderungen kommen
© FIFA
Das Finale der Fußball-WM hat dem ORF die höchste Reichweite seit sechs Jahren beschert. Auch ServusTV zieht es positives WM-Fazit. Außerdem: Die Koalition hat sich auf neue Medienförderungen verständigt.
© Pixelquelle
Die österreichische Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS hat sich auf ein neues Medienförderpaket verständigt. Im Mittelpunkt stehen eine Zustellförderung in Höhe von 22,5 Millionen Euro für abonnierte Nachrichtenmedien, um die Zeitungsauslieferung insbesondere im ländlichen Raum zu sichern, die Verlängerung des Fonds für digitale Transformation mit jeweils 22,5 Millionen Euro in den Jahren 2027 und 2028 sowie insgesamt zehn Millionen Euro für Medienkompetenz und journalistische Angebote für junge Zielgruppen. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) bezeichnete das Paket als Investition in unabhängigen Journalismus und kündigte für 2028 einen größeren Umbau des Fördersystems an, bei der Qualität, redaktionelle Unabhängigkeit und technologische Neutralität stärker im Fokus stehen sollen. Opposition und Branchenverbände bewerteten das Paket erwartungsgemäß unterschiedlich: Während Grüne und FPÖ Kritik übten, begrüßten der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). Als "wichtiges Signal" für den privaten Rundfunk bezeichnete VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm etwa die Förderung der Digitaltransformation.
© ORF
In ORF1 startet am 2. August die neue Bundesliga-Sendung "Fußball am Sonntag". Diese soll wöchentlich von 18:15 Uhr bis 19:30 Uhr die aktuelle Bundesliga-Runde in den Fokus rücken, aber auch über das Geschehen der 2. Liga und der Frauen-Fußball-Bundesliga berichten. Neben Kristina Inhof und Christian Diendorfer sowie den Experten Roman Mählich, Michael Liendl und Helge Payer gibt es zudem zwei Premieren: So werden "Box oder Strafraum"-Podcaster Thomas Seidl als Gastgeber und Ex-FC-Köln-Trainer Peter Stöger als Experte dazustoßen. "Den Schwung und die Begeisterung aus der WM wollen wir auch für den heimischen Fußball mitnehmen", erklärten die interimistischen Sport-Chefs Veronika Dragon-Berger und Martin Szerencsi. "Mit 'Fußball am Sonntag' bietet der ORF ein Rundum-Service für die Fans des heimischen Vereinsfußballs - mit allen Toren, den wichtigsten Szenen und den Aufregern des Fußball-Wochenendes. Dass wir dafür nun auch auf die Kompetenz von Peter Stöger zurückgreifen können, freut uns besonders." Der ORF hatte sich vor einem Jahr die Rechte an den Bundesliga-Zusammenfassungen bis einschließlich der Saison 2030/31 gesichert. Teil des Pakets sind auch vier Live-Spiele.
© Fifa
Während sich die Deutsche Telekom für Deutschland bereits die Rechte an sämtlichen Spielen der Fußball-WM 2030 gesichert hat, ist in Österreich noch offen, wie es weitergeht. Wie der ORF gegenünber dem "Standard" bestätigte, seien die Rechte für den österreichischen Markt noch nicht vergeben worden. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft hatte die Telekom auch in Österreich sämtliche Spiele live übertragen, darüber hinaus teilten sich ORF und ServusTV die Rechte.
Österreich in Zahlen
© FIFA
Durchschnittlich 2,247 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer haben am Sonntagabend in ORF 1 die zweite Halbzeit des WM-Finals zwischen Spanien und Argentinien gesehen. Der Marktanteil lag bei 73 Prozent und fiel bei den 12- bis-29-Jährigen mit 89 Prozent sogar noch einmal höher aus. Das Finale war damit die meistgesehene ORF-Sendung seit sechs Jahren. Auch in der zweiten Halbzeit der Verlängerung waren nach Mitternacht noch immer über 2,1 Millionen Fans mit dabei. Über den Livestream bei ORF On wurden während der zweiten Halbzeit weitere 351.000 Fans gezählt. Sowohl der ORF als auch ServusTV haben ein positives WM-Fazit gezogen. ServusTV verwies darauf, dass gleich drei der fünf meistgesehenen Spiele bei dem Privatsender liefen, allen voran die Begegnung zwischen Spanien und Österreich, die von 2,246 Millionen Menschen gesehen wurde. Insgesamt verbuchten die WM-Inhalte bei ServusTV On 16,5 Millionen Video Views. Damit war die WM das erfolgreichste Event seit Bestehen der Plattform.
© ARD, ZDF
Bemerkenswert: Neben der ORF-Übertragung punktete auch das deutsche ZDF am Sonntagabend mit dem Finale der Fußball-WM. Dort erreichte die Live-Übertragung ab kurz nach 21 Uhr im Schnitt weitere 257.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Noch stärker war einige Tage zuvor das Spiel zwischen England und Argentinien, das im Ersten von 280.000 Fans gesehen wurde. Die Parallel-Übertragung bei ServusTV brachte es übrigens auf mehr als 1,7 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer während der zweiten Halbzeit - bemerkenswert sind die Zahlen der beiden deutschen Sender in Österreich aber trotzdem. Zum Vergleich: Die meistgesehene Puls-4-Sendung der Woche war der Spielfilm "Killer Elite" mit 106.000 Zuschauerinnen und Zuschauern, während bei ATV sogar bloß 77.000 Personen reichten, um mit "Für immer Kroatien" das Ranking anzuführen.
© Screenshot ORF
Einen schönen Quoten-Erfolg feiert ORF 2 derzeit auch mit der Jubiläumsstaffel seines Klassikers "Liebesg'schichten und Heiratssachen" mit Nona Horowitz. Bis zu 785.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zählte die zweite Folge der 30. Staffel des Formats, im Schnitt waren 749.000 Pesonen mit dabei. Der Marktanteil lag dadurch bei starken 34 Prozent. Und selbst in den jüngeren Altersgruppen der 12- bis 29-Jährigen und 12- bis 49-Jährigen überzeugte die Sendung mit Marktanteilen von 21 beziehungsweise 18 Prozent.
Spitzen-Quoten für WM-Finale im ORF, neue Förderungen kommen
URL zu diesem Artikel: https://www.dwdl.de/austriaupdate/107249/spitzenquoten_fuer_wmfinale_im_orf_neue_foerderungen_kommen/
© DWDL.de GmbH, 2001-2026