Herr Neuenhoff, Quiz- und Gameshows galten bislang noch nicht als Treiber im Streaming. Nun starten Sie bei Prime Video mit den "Yes or No Games". Was macht Sie optimistisch, dass das Genre funktioniert?
Die "Yes or No Games" passen zu unserer generellen strategischen Ausrichtung, mit unseren Produktionen möglichst breites Popcorn-Entertainment für die ganze Familie zu bieten. Wir haben einen fantastischen Host, tolle Kandidaten, kann miträtseln, und ist interaktiv erlebbar in den jeweiligen Virtual-Reality-Quizwelt.
Der Titel der Sendung ist eigentlich selbsterklärend. Dennoch: Worum geht’s in der Show?
Wir haben 24 spektakuläre Welten, die über sechs Folgen einer Dramaturgie folgen. Insgesamt 128 Kandidatinnen und Kandidaten kämpfen darin um ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro bis ins Finale vor. Dabei sind die Fragen so gestaltet, dass sie immer Ja oder Nein beantwortet werden können. Das klingt einfach, ist aber an vielen Stellen sehr, sehr knifflig.
Sie sprachen gerade schon die verschiedenen Welten an, die einen großen technischen Aufwand erfordern. Warum ist das nötig bei einer eigentlich so simplen Spielidee?
Durch diese Form der Inszenierung haben die Zuschauenden erstmals die Möglichkeit, unmittelbar in die Welten der jeweiligen Frage einzutauchen. Wir lesen die Fragen also nicht nur auf einem Bildschirm, sondern fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Mond, wenn es gerade um den Mond geht. Und bei Fragen zum menschlichen Körper, fliegen wir durch die Blutbahn. Das macht die Show absolut einzigartig. Gleichzeitig war es uns wichtig, dass das alles nicht zu einem reinen Technikspektakel verkommt. Unser Augenmerk liegt daher ganz klar auf den Kandidaten, dem Storytelling und den spannenden Fragen zum Miträtseln. Die erlebbaren Welten sind sozusagen als Zusatzservice für unser Publikum zu verstehen, für die wir mit Florian Wieder, Eno Henze, Falk Rosenthal und deren Teams umgesetzt haben. Da waren also wirklich absolute Vollprofis am Werk, natürlich auch beim ITV-Team um Christiane Ruff und Mike Timmermann. Ganz zu schweigen von Steven Gätjen, der sich mit seiner Moderationserfahrung sehr stark eingebracht hat. Das Ergebnis spricht jedenfalls für sich.
Lassen Sie uns den Blick weiten. Welche generelle Entertainment-Strategie verfolgt Prime Video aktuell in Deutschland?
Unser Angebot stützt auf Popcorn-Entertainment. und unbedingt wiederkehrend. Wir wollen unseren Zuschauern mehr „Franchises“, also widerkehrende Marken, bieten. Das können Neuentwicklungen wie "Yes or No Games" sein, aber auch existierende Formate wie "The 50" oder "LOL". Dabei legen wir bei der Besetzung der Formate großen Wert darauf, in den jeweiligen Genres die sogenannte Besten der Besten bekommen, also die besten Comedians oder die spannendsten Realitystars. Neben Comedy und Reality, suchen wir nach Docu-Follows mit super-bekannten Persönlichkeiten, Competition-Shows aller Art - zum Beispiel Music, Food, Quiz, Game -, Social-Media Formaten wie "7 vs. Wild" und wir würden auch gerne mit Live-Broadcast-Events experimentieren.
Das sind vor allem Genres, die man bislang noch vorwiegend im linearen Fernsehen verortet hätte. Wieso sind diese plötzlich auch fürs Streaming spannend?
Über allem steht der fast schon legendäre Begriff, der immer mit Amazon in Verbindung gebracht wird: Customer Obsession. Bei allem, was wir machen, denken wir von unseren Zusehenden aus. Da ist es aus meiner Sicht erstmal nicht erheblich, welches Genre darüber steht. Es würde doch kein Zusehender sagen, er schaue im Streaming nur Comedy und kein Shiny Floor. Wir sehen uns als das One-Stop-Entertainment-shop fürs Publikum – warum sollten wir darin nicht alle beliebten Genres bedienen, die der Unscripted-Bereich zu bieten hat?
Das Jahr 2026 hat gerade erst begonnen. Was folgt nach den "Yes or No Games"?
Wir freuen uns aktuell schon auf die neuen Staffeln von "The 50" und "LOL" sowie das Spin-Off "LOL Next", das aus der Motivation heraus entstanden ist, die nächste Generation an Comedians in den Mittelpunkt zu stellen.
Und dann machen Sie zusammen mit RTL auch noch "German Gladiators". Sie haben also keine Berührungsängste mit der linearen Konkurrenz?
Warum sollten wir die haben? Ich denke nicht so sehr in der Dimension der Abgrenzung, sondern zunächst darauf, was unser Publikum will. Und wenn wir die Möglichkeit haben, eine beliebte und bekannte Programmmarke wie "Gladiators" zu adaptieren, dann sind auch Partnerschaften selbstverständlich willkommen.
Herr Neuenhoff, vielen Dank für das Gespräch.
"Yes or No Games", ab sofort bei Prime Video
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