Thomas Bug © WDR
DWDL.de-Interview

Thomas Bug: "Wir haben unsere traurige Pflicht erfüllt"

von Thomas Lückerath
25.07.2010 - 21:05 Uhr

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Thomas BugKonnten Sie sich eigentlich von Ihrer Moderationsposition wegbewegen? Oder war die Regie die einzige Informationsquelle?

Die Hauptversorgung ging über die Regie, den Ü-Wagen und das Funkhaus Düsseldorf. Ich stand zwar mittendrin und doch hatte das Funkhaus einen anderen Überblick, weil sie dort alle Informationen sammeln, sortieren und einordnen konnten. Deswegen gilt mein herzlicher Dank auch allen Kollegen in der Redaktion und der Produktion. Das reibungslose Zusammenspiel war das Herausragende. Wir vor Ort konnten uns in den Sondersendungen und Schalten so auf das Wesentliche konzentrieren. Beobachten, neue Informationen weitergeben und ein Stück weit Orientierung bieten.

Es fiel in der Tat auf, dass Sie nicht versucht haben, allwissend zu wirken. Es fielen Formulierungen wie "uns wurde gesagt", "wir haben gehört"...

Wir waren und wurden gut informiert. Diese Informationen haben wir auch weitergegeben - so gut es bei der Lautstärke der Musik um uns rum möglich war. Es war aber nicht meine Aufgabe Fakten zu schaffen, sondern für den Zuschauer zu beobachten. Das gefährlichste, was man in solchen Situationen tun kann, ist es doch, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen mit Behauptungen und spärlichen Informationen. Ich muss keine Fakten schaffen, wo es keine gibt. Wenn man ratlos ist, darf man das auch so sagen.
 

 
Gab es denn auch ratlose Loveparade-Besucher, die sich bei Ihnen erkundigt haben, was passiert ist?

Eigentlich weniger. Wir haben irgendwann festgestellt, dass sich das Gelände nach und nach sichtbar leert. Offenbar haben ab einem bestimmten Zeitpunkt doch viele von den Ereignissen erfahren als die Handynetze wieder besser funktionierten. Vermutlich wurden viele von Anrufen oder Nachrichten von Freunden oder Angehörigen informiert, die sich Sorgen gemacht hatten. Da ebbte die Feierlaune bei manchen offenbar ab. Die sind dann übrigens auch über die zahlreichen Notausgänge abgezogen, bei denen ich mich frage, warum nicht einige davon von Anfang an dazu genutzt wurden, um die Menschen auch auf das Gelände zu lassen.

Sie werden am Sonntagmittag auch die Pressekonferenz verfolgt haben. Als Journalist Thomas Bug oder Mensch Thomas Bug? Welchen Eindruck hat die bei Ihnen hinterlassen?

Es ist ja so, dass der Mensch Bug permanent mit anwesend ist und dann auch z.B. diese Pressekonferenz mitguckt. Ich kann und will das aber nicht öffentlich bewerten, das mache ich für mich persönlich. Allerdings bin ich sehr gespannt, wie sich das am Ende auflösen wird. Aber jeder, der hier Fehler gemacht hat, muss zur Verantwortung gezogen werden.

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