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Ralf Husmann © Brainpool
Ralf Husmann über den Kinofilm zur Serie

"'Stromberg' ist sicherer als Griechenland-Anleihen"

von Thomas Lückerath
15.12.2011 - 00:09 Uhr

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Der Kinofilm zur Kultserie kommt - wenn die Fans mithelfen. Produzent Brainpool will den Ausflug von Bernd Stromberg auf die große Leinwand mittels Crowd-Funding finanzieren, wie "Stromberg"-Macher Ralf Husmann im DWDL.de-Interview erklärt...

Herr Husmann, der „Stromberg“-Kinofilm ist seit Jahren ein Running Gag. Wird 2012 jetzt wirklich was draus?

Als von unserer Seite aus war das immer ernst gemeint, hat aber aus diversen Gründen bislang nie geklappt. Entstanden ist die Idee ja aus Plänen für einen TV-Film, die dann zu einem Kinofilm wurden. Und jetzt nicht zuletzt durch die erfolgreiche Kinotour vor der fünften Staffel haben wir nochmal Rückenwind bekommen, weil das große Interesse so oft an uns herangetragen wurde. Die Fans haben an jedem Abend danach gefragt und da ist bei uns eine besondere Idee gereift...

Welche Idee?

„Stromberg“ ist eine der wenigen Serien, die auf DVD erscheint bevor alle Folgen einer Staffel im Fernsehen gelaufen sind. Für diese treuen Fans sind wir sehr dankbar. Dieser Zuspruch für gute Unterhaltung, für gutes Fernsehen auch Geld zu investieren, haben wir in den vergangenen Jahren ja auch immer wieder bei Kino-Screenings von „Stromberg“ gesehen. Die Karten waren jedes Mal innerhalb kürzester Zeit weg - obwohl das meist Folgen waren, die schon mal im Fernsehen liefen. Da ist das Erlebnis mit anderen zusammen eben nochmal ein ganz Anderes. Und wenn Fans also bereit sind für „Stromberg“ Geld zu investieren, dann wieso nicht auch in „Stromberg - Der Film“. Da setzen wir deshalb jetzt auf Crowd-Funding und starten heute damit.

 

 

Was hat jetzt denn letztlich den Ausschlag gegeben? Noch dazu für so ein Modell?

Wir gehören ja mit Brainpool inzwischen zur Banijay-Gruppe und über die sind wir an eine 2008 gestartete Plattform namens MyMajorCompany gekommen, bei der Musikfans die Alben von Künstlern mitfinanzieren können und bei entsprechendem Erfolg auch später wirtschaftlich daran beteiligt werden. Dass eine solche sehr erfolgreiche technische Plattform existiert, die wir für „Stromberg - Der Film“ adaptieren können, war ein wichtiges Argument, weil das Projekt natürlich allen rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen muss und wir da jetzt auf die Erfahrung der Kollegen bauen können.

Ok, Crowd-Funding. Hat man schon mal gehört, aber wie sieht es im Fall von „Stromberg - der Film“ konkret aus? Was bekommt man zurück, wenn man Geld investiert?

Auf der pragmatischen Ebene gibt es die Chance auf eine Maximierung des Investments, sozusagen. Wenn „Stromberg - Der Film“ im Kino eine Million Zuschauer erreicht, dann kriegt jeder sein Investment zurück und wenn der Film mehr Zuschauer erreicht, dann kriegt man eben auch mehr wieder. Es ist ein klassisches Investment. Nur nicht in irgendwelche Aktien oder Fonds sondern in „Stromberg“. Einen garantierten Erfolg gibt es natürlich nicht, aber „Stromberg“ ist sicherer als Griechenland-Anleihen, das kann man wohl so sagen. Aber es gibt darüber hinaus natürlich auch noch mehr.

Was denn?

Alle Investoren haben Zugang zur Investoren-Lounge, in der man als Erster alles über den Stand der Dinge bei dem Projekt erfährt. Und abhängig von der Höhe des Investments gibt es weitere Goodies, die für Fans von „Stromberg“ spannend sind: Beispielsweise eine Nennung im Abspann des Films, Premieren-Tickets und andere Möglichkeiten, an dem Film beteiligt zu sein. Eine so große Nähe zwischen einer Produktion und engagierten Fans gab es noch nie. Aber dafür ist es jetzt erstmal wichtig, dass wir jetzt mit dem Crowd-Funding eine Million Euro für den Film zusammen bekommen bis März.

Spätestens Mitte März weiß man dann, ob es geklappt hat. Wann sollen denn die Dreharbeiten beginnen? So ein ganzes Ensemble unter einen Hut zu bringen, war ja schon bei den Staffeln immer schwierig...

Alle Beteiligten wissen, was wir planen und sind sozusagen mal vorgewarnt, dass wir bei Erfolg Ende 2012 drehen wollen. Einen genauen Drehtermin können wir erst suchen, wenn wir wissen ob das Projekt klappt. Aber da wir alle für diesen Film brennen, werden wir dann Anfang 2012 alle mal unseren Terminkalender zücken. Für den Film brauchen wir ja auch nicht so viel Zeit wie für eine ganze Staffel.

Worum wird es denn gehen in „Stromberg - Der Film“? Ich mache mir da jetzt keine Hoffnung, dass Sie Details verraten. Aber vielleicht soviel: Wird es im klassichen „Stromberg“-Umfeld spielen oder nutzt man den Kino-Ausflug für einen Ausflug Bernd Strombergs in ein anderes Umfeld?

Ich habe eine grobe Idee, wo die Reise hingehen soll, aber da liegen Sie richtig: Das verrate ich natürlich noch nicht. Ohnehin warten wir jetzt erstmal ab, ob die Finanzierung mit Beteiligung der Fans funktioniert bevor ich mich jetzt konkret ans Drehbuch setze. Aber wir werden das Format nicht neu erfinden und Bernd Stromberg wird jetzt nicht plötzlich das Weiße Haus in Washington erobern und die Weltherrschaft an sich reißen. Das würde keinen Sinn ergeben. Wir wollen den Fans geben, was sie kennen und ein Stück weit erwarten. Ein bisschen Überraschung darf sein, aber bei uns werden keine Flugzeuge explodieren oder Häuser in Flammen aufgehen - nur weil wir jetzt auf die große Leinwand gehen. Solche Effekthascherei ist bei „Stromberg - Der Film“ genauso fehl am Platz wie irgendwelche prominente Gastrollen nur der prominenten Gastrollen wegen. Das ist doch so toll am Crowd-Funding: Wir machen einen Film für Fans, die „Stromberg“ lieben wie es ist.

Herr Husmann, herzlichen Dank für das Gespräch. Darauf einen Milchreis.


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