MySpass Frederic Komp © Brainpool
DWDL.de-Interview mit Frederic Komp

Wie Brainpool mit MySpass King of Kotelett werden will

von Thomas Lückerath
13.09.2013 - 09:10 Uhr

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Der Kölner TV-Produzent Brainpool hat seine eigene Vertriebsmarke MySpass renoviert. Im DWDL.de-Interview erklärt Frederic Komp, Geschäftsführer von Brainpool Artist & Content, welchen Fehler man korrigiert und welche Chancen man sieht...

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Herr Komp, sie haben einmal feucht durchgewischt bei MySpass. Warum?

(lacht) Wir haben uns zunächst einmal für ein neues, moderneres und klareres  Logo und erstmals einen Claim „Die Welt wird besser“ entschieden, Der Claim ‚Die Welt wird besser’ bringt das auf den Punkt, was MySpass ist: Wir wollen dem MySpasser jeden Tag etwas Neues bieten, ihn jeden Tag zum Lachen bringen. Egal, wo er ist. Wenn wir das schaffen, dann wird die Welt des MySpassers für ihn in dem diesem Moment ein bisschen besser.  Und das nicht nur auf unserer Website sondern auf all den Plattformen und Wegen auf denen MySpass inzwischen verfügbar ist. Wir wollen greifbarer werden, stärker emotionalisieren. Deswegen haben wir mal feucht durchgewischt (lacht) Zu dem Relaunch wird es auch eine Werbekampagne geben, um Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass wir immer noch da sind und weiter wachsen wollen.  Letztens sagte ein Künstler zu mir, dass MySpass schon allein deswegen cool sei, weil es noch da ist.



In der Tat. Zuletzt wurde es etwas ruhig um MySpass. Der Relaunch kommt also der Frage zuvor, ob das Projekt noch lebt...

Es lebt und wächst. Aber wir haben die Strategie geändert. Wir müssen dahin, wo unsere User sind. Die Erkenntnis, dass wir es dann doch nicht mehr schaffen so groß wie YouTube zu werden, hat vielleicht etwas gedauert ist aber immerhin doch gekommen (lacht). Anders ausgedrückt: Wir verlangen vom MySpasser nicht mehr, dass er zwingend auf unsere Website kommt, sondern kommen auch gerne dorthin, wo er sich sonst aufhält, wie mit unserem neuen MySpass-Channel bei YouTube. Aber nicht nur dort. Wir starten auch einen neuen Channel auf T-Online. Wir glauben, dass uns das beim Erfolg der Marke MySpass hilft. MySpass muss mehr sein als die eigene Website, auch wenn die weiterhin als Mutterschiff sehr wichtig ist. Nur dort gibt es z.B. auch das komplette Archiv der ganzen Folgen unserer Formate zu sehen.

Aber Sie wollen nicht mehr allein gegen alle kämpfen?

Wir müssen mit MySpass.de nicht mehr King of Kotelett der Websites werden, wie Stefan Raab sagen würde. Es reicht, wenn wir auf der Metaebene King of Kotelett werden. Da haben wir auch von den Netzwerken gelernt, die schon eine Weile z.B. auf YouTube aktiv sind. Unsere Haltung war ja lange näher bei der der Privatsender: Wir machen alles lieber selbst und schotten uns ab. Aber das ist für uns am Ende nicht das Erfolgsmodell. Deswegen gehen wir raus in die Welt.

Also öffnet sich MySpass?

Ja. Unter der Dachmarke MySpass vertreiben wir  auch unsere Pay-Angebote, egal ob digital oder auf physischen Medien. Mit denen sind wir schon überall da, wo man sein kann und sollte. Mit den werbefinanzierten Angeboten unter dem Label von MySpass ist aber mehr möglich als bisher. Das war der Hintergedanke für uns.

Wo sie gerade die verschiedenen Vertriebswege ansprechen: Hat sich da seit dem Start des Labels MySpass vor fast fünf Jahren eigentlich etwas spürbar verschoben? Zum Beispiel beim Vergleich DVD/Bluray und digitalen Downloads/Streams?

Wir verdienen mit dem MySpass-Label im DVD-Bereich immer noch gutes Geld, sogar in Summe mehr als im Digitalen. Wir haben es da auch geschafft - entgegen dem Markttrend - nicht besonders abzufallen und gehen davon aus, dass das auch absehbar so bleibt. Aber die Experimentierfreude auf anderen Vertriebswegen hat uns nicht spürbar geschadet. Deswegen machen wir weiter. Eine Kannibalisierung gibt es nicht. Neue Vertriebswege haben für uns in erster Linie Zielgruppen erschlossen, die wir vorher nicht erreicht haben. Wir zeigen beim Start neuer Folgen von Brainpool-Serien die alten und neuen Folgen kostenlos im Netz, bringen gleichzeitig die DVD oder Bluray in den Handel und die TV-Quote der Serie profitiert - da haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt. Es zahlt sich wirklich aus Programm-Marketing zu machen, nicht Vertriebskanal-Marketing. Zuerst einmal müssen wir die Zuschauer unserer Formate zu Fans machen.

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