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Interviewreihe Journalismus

Annette Dittert: "Guter Journalismus kostet Geld"

von Thomas Lückerath
12.12.2006 - 11:56 Uhr

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Foto: WDRIn Zeiten globaler Nachrichtenangebote, des Internets und immer schnellerer Kommunikation: Wie ändert sich die Arbeitsweise für Sie als Korrespondentin - allgemein und speziell hier in New York?

Die Berichterstattung wird immer kurzfristiger. Und gerade über eine Stadt wie New York meinen unglaublich viele Menschen etwas zu wissen. So viele Augen sind auf New York gerichtet, dass es durchaus passieren kann, dass ich selbst gerade auf einem Termin bin und drehe, während woanders etwas passiert, wovon wir erst durch Kollegen erfahren. Aber unsere Aufgabe ist es dann, mit unserer Kenntnis und unseren Möglichkeiten hier eine bessere Story daraus zu machen. Man wird von der Hektik der Stadt genauso getrieben wie von der immer schnelleren Medienlandschaft. Nur darf man sich nie verrückt machen lassen: Alle Themen abzudecken ist in einer solchen Metropole ohnehin unmöglich.

Zunehmend berichten auch Internetmedien mit eigenen Korrespondenten aus aller Welt. Für Spiegel Online macht das in New York zum Beispiel Marc Pitzke. Macht er Ihnen Konkurrenz?

Marc Pitzke macht uns keine Konkurrenz, er macht uns Arbeit (lacht). Die Kollegen aus den Fernsehredaktionen in Deutschland lesen seine oder andere Berichte aus New York und rufen uns an, um einen Beitrag darüber anzufordern. Man vergisst auch leicht, dass es wesentlich einfacher ist über etwas zu schreiben als etwas dazu zu drehen - da beneide ich die Kollegen ab und an. Gerade hier in New York ist es für Fernsehschaffende gar nicht so einfach. Die Leute hier kennen nur das größtenteils furchtbare US-Fernsehen und da kann ich auch verstehen, dass die wenigsten noch die Lust haben, sich von einem weiteren Fernsehteam belästigen zu lassen. Dazu kommen dann die Probleme mit schwer zu bekommenen Drehgenehmigungen und andere Hindernisse dieser Art.
 


Glauben Sie ein amerikanischer Korrespondent in Berlin hat es einfacher? Könnte man diesen Job mit ihrem vergleichen?


Erstmal muss man einen Amerikaner finden, der freiwillig nach Deutschland geht (lacht). Natürlich ist der Mythos New York für uns Deutsche oder Europäer wesentlich größer ist als das Interesse Amerikas an Berlin oder Deutschland. Dementsprechend unterscheiden sich Arbeitsvolumen und Art und Weise der Berichte sicher.

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