Foto: ZDF/Rico Rossival © ZDF/Rico Rossival
40. Mainzer Tage der Fernsehkritik

ZDF-Intendant Schächter fordert neue Gesetze

von Jochen Voß
26.03.2007 - 11:08 Uhr

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Grafik: DWDL.de; Logo: ZDFNeu ist das Konzept der "must found"-Regelung, die Schächter umreißt. Dies bedeutet, dass die Programme von ARD und ZDF auf der Startseite der jeweiligen Plattform angebunden werden sollen. Hinsichtlich der Distributionskosten verlangt Schächter eine gesetzliche Regelung, die den Rundfunkanstalten "faire und marktgerechte Preise" gewährleistet. Auch in punkto Verschlüsselung soll den öffentlich-rechtlichen Sendern kein Zwang auferlegt werden. Damit die Programme nicht nur verbreitet, sondern auch gesehen werden, soll den Plattformbetreibern auferlegt werden, die Programme auf Kanalplätze zu legen, auf denen sie "intuitiv, leicht und schnell" gefunden werden können.


In technischer Hinsicht verlangt Schächter, die Betreiber der Plattformen gesetzlich zur Verwendung von offenen und diskriminierungsfreien Standards anzuhalten. Für die öffentlich-rechtlichen Sender birgt die Etablierung neuer, privatwirtschaftlicher Plattformen die Gefahr, nicht in den Programmpaketen enthalten zu sein oder von den Zuschauern nicht wahrgenommen zu werden, sollten die Betreiber der Plattform aus wirtschaftlichen Interessen eigene Programme entweder technisch oder durch redaktionelle Elemente - wie zum Beispiel Programm-Guides - in den Vordergrund stellen. Die Forderungen stellen laut Schächter eine "Mindestregelung für fairen Wettberb" dar.

Da auch in anderen Branchen der Gesetzgeber ähnlich regulativ in den Markt eingreife - Schächter führt Telekommunikation und Strom als Beispiel an -, sei dies im "sensiblen Bereich der Medien" besonders wichtig. In seiner Eröffnungsrede umriss Schächter auch die weiteren Herausforderungen, vor die die zunehmende Digitalisierung die öffentlich-rechtlichen Programmanbierter stellt. Wurde in diesem  Bereich lange ein "Bedrohungszenario" gesehen, so sagt Schächter, es sei für die Öffentlich-Rechtlichen höchste Zeit, ein "Chancenszenario" zu erkennen.

Die Tagung dauert noch bis zum Dienstag Nachmittag an. Das Medienmagazin DWDL.de wird kontinuierlich von der Veranstaltung berichten. 

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