Fred Seibert © Fred Seibert
I want my MTV

Kennen Sie eigentlich schon Fred Seibert?

von Thomas Lückerath
10.02.2010 - 00:12 Uhr

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Social Networks

 

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Frühes MTV-DesignNein, Manhattan Design war keine große Agentur. Es war bloß ein toll klingender Name einer kleinen Firma eines Schulfreundes von ihm. Über die Ahnungslosigkeit eines deutschen Medienjournalisten amüsierte sich Seibert köstlich. Als er weiter erzählte, schwor ich mir, ganz genau zu überprüfen, was er noch so erzählen würde. Aber zurück zu seinem Schulfreund. Sein Name war Frank Olinsky - und das stimmt tatsächlich. Ihn und einige Kollegen beauftrage er mit einem Design und bekam zunächst einen putzigen Logo-Versuch mit einer Hand, die eine Note hält. Doch das allein war zu abstrakt. Der Name des Senders bzw. sein Programm sollte klarer kommuniziert werden.

Zusammen mit einem Schriftzug jedoch war das zunächst noch putzige Logo beinahe unlesbar und viel zu komplex geworden (Grafik). Also wurde wieder alles verworfen. Man begann von vorne. Wochenlang ohne jede Idee bis Seibert, nach eigener Legende eher zufällig auf eine Skizze der Jungs von Manhattan design stieß, die ihm gefiel. Ein dominantes "M" und ein verspieltes "TV". Dieser Rohdiamant wurde auf Seiberts Wunsch noch mit dem Schriftzug "Music Television" versehen. An Untertiteln für ihre Logos sparten die Sender damals generell nicht.
 

 
MTVIn diesem Fall jedoch sollte es das Selbstverständnis des neuen und so völlig anderen Fernsehsenders bekräftigen. Zum farblich immer wechselnden Logodesign in den Trailern kam auch noch ab Sommer 1982 der erste Claim des Senders, "I want my MTV", dazu. Fertig war das Design von MTV. Eine Optik, die bei aller Auffrischung der vergangenen Jahre im Kern inzwischen über ein Vierteljahrhundert alt ist. Noch weiter gefasst: MTV war der erste Fernsehsender, bei dem die ganz bewusst geformte und präsentierte Marke von Anfang an elementarer Bestandteil des Konzepts war. Was heute so banal und selbstverständlich klingt, war damals Pionierarbeit.

Dazu muss man sich in Erinnerung rufen, wie die Fernsehlandschaft in den USA damals aussah. Kabelfernsehen war gerade erst geboren, es gab abseits der großen Networks kaum Konkurrenz. Werbung für die Marke - sie war Anfang der 80er Jahre nur von beschränkter Bedeutung. Die Zuschauer kannten ihre TV-Auswahl und hatten sich, durch die Struktur mit den Networks und ihren lokalen Partnersendern, sogar an manchmal absurde Buchstabenkürzel für ihre Sendestationen gewöhnt. Rückblickend schwärmt Seibert von der damaligen Situation. Einer der ersten Kabelsender gewesen zu sein, half sicher auch bei der Etablierung.

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