Eine Frau zwischen zwei Männern: Liebesdreiecke dieser Art sind vermutlich älter der Groschenroman – und doch taugt diese Konstellation auch im Fernsehen noch immer für den Grundstein vieler Serien. Ganz besonders lässt sich das derzeit im Programm von Sat.1 beobachten, wo man gerade erst den "Hof zum Verlieben" zum Ende gebracht hat und nun – ebenfalls auf dem Sendeplatz um 18 Uhr – gleich den nächsten ähnlich gelagerten Soap-Stoff hinterherschiebt.

Die Quoten-Erwartungen in Unterföhring dürften gleichwohl gering sein, denn zünden wollte schon die Serie mit Diana Staehly nicht. Ungeachtet dessen folgt nun also mit "Frieda – Mit Feuer und Flamme", die nach dem gleichen Rezeptbuch entstanden zu sein scheint: Da ist wieder eine junge Frau, die es plötzlich aufs Land zieht, wo nicht nur ihre alte Liebe wartet, sondern auch noch ein anderer Mann, der ihr Herz auf die Probe stellt. Dazu immer wieder unauffällige Popmusik-Fetzen und Drohnenflüge über die schöne Landschaft, diesmal die Sächsische Schweiz – fertig ist

Lange benötigen die Serienmacher von Saxonia Media nicht, um dem Publikum die Rahmenhandlung zu erklären. Schon nach der ersten Folge lernt man nicht nur die titelgebende Frieda (Laura Lippmann), eine alleinerziehende Krankenschwester kennen, sondern auch ihre 18-jährige Tochter Pippa (Natascha Weitzendorf), ihren Ex Felix (Christopher Kohn), der es inzwischen zum Bürgermeister eines idyllischen Dorfs geschafft hat. Felix ist es auch, der die freiwillige Feuerwehr im Ort schließen will und damit das Lebenswerk von Friedas Vater Otto (Andreas Borcherding), der nach dem Tod seiner Frau ohnehin zunehmend die Lebensfreude verliert. Der dritte Teil des Liebesdreiecks – Feuerwehr Mann Mirko (Sebastian Deyle) – ist in der kurzen Vorschau auf die zweite Folge ebenfalls bereits zu sehen.

Frieda - Mit Feuer und Flamme © Joyn / René Lohse Zwei Männer im Liebesdreieck: Mirko Renic (Sebastian Deyle, l.) und Felix Groneberg (Christopher Kohn).

Und so lässt sich also recht gut erahnen, in welche Richtung sich die Handlung über 120 Folgen hinweg entwickeln wird. All jenen, denen das bereits zu komplex ist, wird schon nach wenigen Minuten praktischerweise noch einmal in Form einer Rückblende gezeigt, was sich in den ersten Szenen ereignet hab (Spoiler: Es ist nicht sonderlich viel.) Man kann "Frieda" also auch problemlos folgen, wenn man das Gedächtnis eines Nüsse versteckenden Eichhörnchens besitzt.

Gerade nach den Erfahrungen, die Sat.1 jüngst mit dem "Hof zum Verlieben" gemacht hat, fällt es schwer zu glauben, dass "Frieda – Mit Feuer und Flamme" nennenswert erfolgreicher sein kann, macht die neue Serie doch in gewisser Form da weiter wo die vorherige aufgehört hat. Dabei wirken auch die Dialoge, also kämen sie aus der Standard-Fibel der Schmonzetten-Produktion. "Heute ist mir klar geworden, dass ich vor der vielleicht größten Herausforderung meines Lebens stehe", hört das Publikum Frieda schnulzen, als sie etwas in ihr altes Tagebuch krakelt.

Vollends daneben geht der Humor, mit dem die Story augenscheinlich angereichert werden soll. "Hier sieht's aus wie bei Hempels unterm Sofa", sagt Frieda, als sie mit ihrer Tochter im Wohnzimmer des Vaters steht, woraufhin diese fragt: "Wer sind denn die Hempels?". Das alles wirkt leider, um es im Geiste der Serie zu sagen, nicht wie ein großes Feuer, sondern in erster Linie wie Fernsehen auf Sparflamme.

"Frieda - Mit Feuer und Flamme", montags bis freitags um 18:00 Uhr in Sat.1