Bunte-Stellungnahme © Screenshot
Selbstüberschätzung?

Spitzel-Affäre: "Bunte"-Reaktion wirft Fragen auf

von Thomas Lückerath
26.02.2010 - 01:22 Uhr

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BunteIm weiteren Text der Stellungnahme erklärt die "Bunte"-Chefredaktion zunächst den Ablauf der Zusammenarbeit mit der Agentur CMK: "Die Zeitschrift 'Bunte' hat der Berliner Presseagentur CMK den Auftrag erteilt, einer Information nachzugehen, nach der eine entscheidende Veränderung im Leben des damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering eingetreten sei. Parallel dazu haben auch "Bunte"-Redakteure zu dieser Information recherchiert. Investigativer Journalismus ist selbstverständlicher Bestandteil der Pressefreiheit und wird auch von allen nationalen und internationalen Publikationen betrieben."
 
 
 
Und jetzt wird es spannend. Weiter heißt es: "'Bunte' arbeitet seit vielen Jahren mit CMK zusammen und es gab keine Hinweise auf unseriöse Recherchemethoden. Die CMK, namentlich Stefan Kiessling, hat der 'Bunte'-Chefredaktion versichert, dass die im 'Stern' beschriebenen Recherchemethoden nicht angewendet wurden (siehe dazu auch Pressemitteilung der CMK)." Das allerdings wäre erstaunlich. Denn die einzige Pressemitteilung der CMK, veröffentlicht schon am Mittwoch, hat eine ganz andere Aussage. Die Überschrift: "CMK distanziert sich von widerrechtlichen Arbeitsmethoden".

Im folgenden Text betont die Presseagentur mehrfach, dass man sich presse- und standesrechtlichen, ethischen und gesetzlichen Grundsätzen verpflichtet fühle. Und das vollumfänglich. Auch bedauert man die "geschäftsschädigenden Vorwürfe außerordentlich". Doch dazwischen findet sich keine einzige Aussage darüber, ob die vorgeworfenen Arbeitsmethoden von den im Fokus stehenden Mitarbeitern angewendet wurden oder nicht. Man distanziert sich klar und deutlich von solchen Arbeitsmethoden, aber eben grundsätzlich. Die Agentur CMK betont auch, man habe die Zusammenarbeit mit den beiden im "Stern"-Artikel erwähnten, "ehemaligen freischaffenden Mitarbeitern im April 2009 von sich aus aufgekündigt". Doch nirgends wird ausgeschlossen, dass es nicht so gewesen sein könnte, wie der "Stern" berichtet.

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