Gottschalk Live © ARD/Max Kohr
Ausflug in die Werbezone

Gottschalk am Vorabend: "So, Bully, jetzt zügig!"

von Alexander Krei
23.01.2012 - 21:11 Uhr

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15 Minuten lang machte Thomas Gottschalk seine Sache richtig gut. Bis die Werbung kam. Die Premiere von "Gottschalk Live" im Ersten hat gezeigt, dass der Moderator das Zeug zum Welterklärer hat - und auch, warum der Vorabend die "Todeszone" ist.

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Wohl kaum eine Fernsehsendung ist in den vergangenen Monaten derart mit Spannung erwartet worden wie die Vorabend-Show von Thomas Gottschalk im Ersten. "Todeszone" wird der Sendeplatz genannt - und wer die Premiere von "Gottschalk Live" am Montagabend gesehen hat, dürfte auch erkannt haben, wieso das so ist. Die halbe Stunde vor der "Tagesschau" besteht nämlich fast ausschließlich aus Werbung. Und das ist wirklich das letzte, was Thomas Gottschalk gebrauchen kann. Doch beginnen wir von vorne: Reichlich hastig begann Gottschalks Einstand. Aber nett: Gezeigt wurde ein kurzer Ausschnitt aus dem Jahr 1971. Im Mittelpunkt: Der junge Gottschalk, der als Radio-Moderator den 23. Januar als einen "Grund zum Feiern" bezeichnet.

Doch gilt das auch für den 23. Januar 2012? Man darf zumindest eine gewisse Skepsis anbringen, denn Gottschalk - ganz offensichtlich besser vorbereitet denn je - hastete regelrecht durch die Sendung, zeigte eine Krawatte, die in den vergangenen Tagen sowohl von Günther Jauch in dessen ARD-Talk als auch von einem Nachrichten-Moderator getragen wurde und überraschte mit zwei Fotos von Nicolas Cage. Auf dem einen, erzählte Gottschalk, sehe man ihn, wie er Cage in seine Sendung einlade. Auf dem anderen lade er ihn wieder aus. Stars, die nach zehn Minuten wieder zum Flieger müssen, soll es nicht geben. Letztlich wäre das allerdings egal, denn mehr als zehn Minuten Zeit bleibt ohnehin nicht für einen Plausch in Gottschalks neuem Wohnzimmer in Berlin-Mitte.

Zumindest das ist vollkommen gelungen. Die Einrichtung passt zu Gottschalk, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie tatsächlich von ihm handverlesen ist. Ein silberner Schreibtisch, Ledersessel, Bilder von Alice Schwarzer und Amy Winehouse - ja, das ist Gottschalk. Dass die neue Show ausschließlich von ihm leben soll, ist alleine schon daran zu erkennen, dass er auch nicht Halt davor macht, Geschichten über sich selbst in der Yellowpress zum Thema zu machen. So etwa einen in der "Freizeitrevue" erschienen Artikel, in dem es um eine "schockierende Enthüllung" über einen angeblichen Cousin Gottschalks geht, der verarmt in Polen lebt. "Ungeschminkt sehe ich wirklich aus wie Jan", scherzt Gottschalk, zeigt auf der Bild seines falschen Cousins und gibt danach muntere Einblicke in den Familien-Stammbaum, spricht von Tante Zilly und davon, dass es zwar einen Hans in der Familie gibt, aber keinen Franz.

Und dann spricht er auch noch über Heidi Klum und Seal - eigentlich ein perfektes Thema für Gottschalk, der das Topmodel einst immerhin in seiner Late-Night-Show bei RTL entdeckte. Viel mehr als das erfährt der Zuschauer allerdings nicht, sieht man mal davon ab, dass Gottschalk vor der Sendung offenbar mit Klums Vater telefoniert hat. Ein Telefonat während der Show wäre sicherlich spannender gewesen. So aber wirkte alles noch sehr gehetzt. Eines stimmt allerdings optimitisch: "Promi-Experten brauche ich nicht, denn ich kenne mich aus", sagt Gottschalk. Die Experten, die sich durch die Sendungen dieser Welt tummeln, wüssten zwar alles, hätten aber keine Ahnung. Man darf aufatmen.

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