Der französische öffentlich-rechtliche Sender France Télévisions hat mit YouTube eine ungewöhnliche Partnerschaft geschlossen. Diese hat das Ziel, den "Zugang zu öffentlich-rechtlichen Inhalten zu erweitern und Desinformation zu bekämpfen", teilte der Sender am Donnerstag mit. 

Konkret sieht die Partnerschaft die Bereitstellung aller nationalen und lokalen Nachrichtensendungen sowie aller führenden täglichen und wöchentlichen Nachrichten- und Investigativmagazine der Gruppe sowie eine "verstärkte redaktionelle Aufbereitung der Inhalte" durch France Télévisions auf YouTube vor. Gleichzeitig soll auch ein "verstärkter Schutz vor Falschinformationen und manipulierten Inhalten" gewährleistet werden, indem YouTube die Einführung von "Likeness ID" erleichtern wird, einem Tool zur Erkennung von KI-generierten Inhalten, die das Bild oder die Identität von Personen ohne deren Zustimmung verwenden.

Im Gegenzug will der Vermarkter France TV Publicité seine Werbeplätze direkt auf der Plattform vermarkten und dabei flexibel steuern, "um die Wertschöpfung des Katalogs zu optimieren", wie es heißt.

France Télévisions hatte bereits vor geraumer Zeit eine "Streaming First"-Strategie ausgerufen. Dabei sieht man YouTube als "Hebel für die Reichweite der Programme und für Wachstum", um zusätzliche Zielgruppen anzusprechen - auch solche also, die die digitalen Plattformen des öffentlich-rechtlichen Anbieters wohl nur selten oder nie nutzen. Tatsächlich erreicht YouTube eigenen Angaben zufolge in Frankreich 43 Millionen monatliche Nutzer; France Télévisions verweist zudem darauf, dass sich inzwischen jeder zweite Nutzer im Internet informiert.

"Diese strategische Partnerschaft mit YouTube treibt die 'Streaming First'-Strategie von France Télévisions voran", erklärte die Generaldirektorin Delphine Ernotte Cunci. "In einem äußerst wettbewerbsintensiven Videoumfeld und angesichts der zunehmenden Konfrontation der Franzosen mit Falschmeldungen stärkt sie die Reichweite der Nachrichteninhalte von France Télévisions bei allen Zielgruppen, einschließlich derjenigen, die den traditionellen Medien am fernsten stehen."

Justine Ryst, Frankreich-Chefin von YouTube, äußerte sich "stolz" über die Vereinbarung und sagte: "Es liegt uns am Herzen, die Ziele der France Télévisions-Gruppe zu unterstützen, indem wir unsere Technologie in den Dienst der Information und der Verbreitung ihrer Inhalte stellen."