Nachdem Florian Hager und der Hessische Rundfunk bereits im zweiten Jahr ihres ARD-Vorsitzes ist, steht zum Jahreswechsel 2027 turnusgemäß bereits wieder ein Wachwechsel an der ARD-Spitze an. In Bonn haben die ARD-Oberen nun beschlossen, dass der Vorsitz dann an Radio Bremen übergehen wird. Damit nimmt die kleinste der ARD-Anstalten zum ersten Mal seit 1952 wieder den ARD-Vorsitz.
Zuletzt hatte die ARD sich aber bereits breiter aufgestellt und die Aufgaben des ARD-Vorsitzes auf mehrere Schultern verteilt. So ist Radio Bremen derzeit schon während des HR-Vorsitzes Kooperationspartner und übernimmt in diesem Zuge diverse Aufgaben. 2027 rückt Radio Bremen nun also ganz an die Spitze, der Hessische Rundfunk wechselt in die Rolle des Unterstützers. Florian Hager wird dann auch als stellvertretender ARD-Vorsitzender auftreten.
Während der ARD-Vorsitz in der Vergangenheit in der Regel alle zwei Jahre wechselte, soll Radio Bremen den Vorsitz allerdings nur ein Jahr innehaben, ehe 2028 und 2029 dann voraussichtlich der NDR die Aufgabe übernehmen soll. Der NDR wird in diesem Zuge auch im kommenden Jahr bereits wie der HR als Stellvertreter Radio Bremen unterstützen. Der Vorsitz der Gremienvorsitzenden lag zuletzt schon bei Radio Bremen, das wird sich auch 2027 nicht ändern.
© Philipp Böll/DW
Amtierender ARD-Vorsitzender Florian Hager und kommende ARD-Vorsitzende Yvette Gerner
Florian Hager, HR-Intendant und der ARD-Vorsitzender, sagt: "Wir haben bereits im laufenden Vorsitz des Hessischen Rundfunks Vorsitzaufgaben auf mehrere Schultern verteilt und leben hier mit Radio Bremen eine Partnerschaft auf mehreren Ebenen. Obschon in der aktuellen Konstellation die Hauptverantwortung beim HR als Vorsitzanstalt liegt, ist der ARD-Vorsitz arbeitsteiliger aufgestellt, als das früher üblich war. Ich freue mich, dass wir ab kommendem Jahr in umgekehrten Rollen Radio Bremen unterstützen können und den Staffelstab an ein eingespieltes Team weitergeben. Wir befinden uns in bewegenden Zeiten, da ist Kontinuität in der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen ein wesentlicher Faktor."
Yvette Gerner kommentiert: "Gerade in Zeiten großer Veränderungen zählt nicht das einzelne Haus, sondern die Stärke des Verbunds. Nach der gemeinsamen Arbeit im laufenden Vorsitz stellen HR und Radio Bremen fest: Die arbeitsteilige eng vernetzte Vorsitzorganisation funktioniert und sie bietet Vorteile. In einem föderalen System wie der ARD schafft die Beteiligung mehrerer Häuser am Vorsitz mehr Raum für unterschiedliche Perspektiven. Ich freue mich über das Vertrauen, auf die weiter partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem HR und die weitere Unterstützung aus der ARD im kommenden Jahr."
Unterdessen hat die ARD auch bestätigt, dass das ARD-Generalsekretariat in der bisherigen Form künftig nicht mehr weiterbesteht, sondern zum 1. Januar 2027 zur ARD-Geschäftsstelle umstrukturiert wird, die dann dem jeweiligen ARD-Vorsitz unmittelbar fachlich angegliedert ist. Das ist die Umsetzung der Regelung im neuen ARD-Staatsvertrag, die vorsieht, dass der ARD-Vorsitz "administrativ durch ein gemeinsames ARD-Büro unterstützt" wird.
Damit wolle man sicherstellen, dass wichtige Expertise und routinierte Arbeitsabläufe verstetigt werden, und nicht bei jedem Vorsitzwechsel neu erarbeitet werden müssen. Aus diesen Gründen wird auch die ARD-Unternehmenskommunikation Teil der neuen ARD-Geschäftsstelle sein. Bisher war die ARD-Kommunikation beim jeweiligen ARD-Vorsitz verortet.
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