Die Übernahmeschlacht um WBD wird wohl in die Geschichte der spektakulärsten Medienmerger eingehen. Nachdem sich der Konzern eigentlich schon mit Netflix einig war, das Studios und Streaminggeschäft kaufen wollte, ließ Paramount Skydance nicht locker und erhielt für 111 Milliarden US-Dollar letztlich doch den Zuschlag für den Gesamtkonzern. Da fielen die 2,8 Milliarden Dollar Vertragsstrafe, die man für WBD an Netflix zahlen musste, gar nicht mehr so sehr ins Gewicht. Im dritten Quartal soll die Übernahme abgeschlossen sein - ob es tatsächlich so kommt, steht in den Sternen. Nun hat Paramount Skydance aber erst einmal starke Geschäftszahlen vorgelegt. 

So stieg der Umsatz im ersten Quartal des laufenden Jahres um 2 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 1,16 Milliarden Dollar und damit sogar 59 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn betrug 168 Millionen Dollar, nach 152 Millionen im Vorjahresquartal - da gab es Paramount Skydance in dieser Form aber noch gar nicht. Das zeigt schon, wie schnell die Transformation am Medienmarkt voranschreitet. 

Sowohl bei Umsatz- als auch Gewinnentwicklung übertraf Paramount Skydance mit der Vorlage der Geschäftszahlen die Erwartungen von Börsenanalysten. Vor allem im Bereich Studios und Direct to Consumer, also dem Streamingbusiness, stieg der Umsatz sehr deutlich um jeweils 11 Prozent. Im Gegensatz dazu schwächelte das klassische TV-Geschäft (CBS, Nickelodeon, MTV etc.) weiter, im ersten Quartal gab es hier einen Umsatzrückgang in Höhe von 6 Prozent - mit Erlösen in Höhe von 3,67 Milliarden Dollar ist es weiter der größte Bereich des Konzerns. 

Während die überall spürbare Werbekrise auch dem US-Unternehmen im wichtigen TV-Geschäft das Leben schwer machte, konnte Paramount+ die Anzahl seiner Abonnentinnen und Abonnenten steigern - allerdings nur um rund 2 Prozent auf 79,6 Millionen. Bis zum Marktführer Netflix ist es da noch ein weiter Weg - in den kommenden Monaten wird man sich zudem überlegen müssen, wie man das künftige Streaminggeschäft, zu dem dann auch HBO bzw. Max gehören wird, sinnvoll aufstellt. 

"Das erste Quartal hat gezeigt, wozu dieses Unternehmen fähig ist, wenn Strategie, Inhalte und Umsetzung aufeinander abgestimmt sind. Die WBD-Transaktion, deren Abschluss für das dritte Quartal geplant ist, wird dieses Potenzial erheblich steigern und zwei Weltklasse-Teams vereinen. Wir bauen etwas Bleibendes auf – und wir stehen erst am Anfang", sagte CEO David Ellison bei der Vorlage der Geschäftszahlen.