Die zwölfte Ausgabe des Seriencamp Festivals - die vierte davon in Köln-Ehrenfeld - nähert sich mit großen Schritten: Vom 9. bis zum 11. Juni werden diesmal bei freiem Eintritt zahlreiche Serien aus der ganzen Welt gezeigt, darunter fast 20 Welt- oder Deutschlandpremieren. Nun wurde nicht nur das komplette Programm vorgestellt, auch die Gewinner in zwei Wettbewerben stehen bereits fest.

Mit dem Official Competition Award wird durch die Jury um Jannik Schümann die von Arne Feldhusen inszenierte Physical Comedy "Das Manko" (internationaler Titel: "The Flaws", produziert von Razor Film in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel / Quantum) ausgezeichnet, in der kaum gesprochen wird. Die Serie war kürzlich auch schon in Lille mit dem Best Directing Award geehrt worden. Im Short Form-Bereich gibt es bereits zwei Sieger: Zum einen die australische Mom-Noir Comedy "Buried" als auch die deutsch-österreichische Koproduktion "Sheep". Der Critics' Choice Award wird von einer mit Arabella Wintermayr, Patrick Heidmann und Dominik Porschen besetzten Jury vor Ort in Köln vergeben.

Neben den genannten Serien stehen noch zahlreiche weitere Screenings auf dem Programm. Zu den bereits bekannt gegebenen Weltpremieren von "Westend Girl" (WDR/Arte), "Club der roten Bänder - Die nächste Generation" (RTL+/Vox), "Back for more" (ZDFneo) und "All Heroes are Bastards" (ARD), die wie andere Premieren auch von Cast & Crew vor Ort live vorgestellt werden, gesellen sich unter anderem das gerade in Cannes dreifach prämierte Comedy-Drama "Alice & Steve" (Disney+), in dem eine langjährige Freundschaft durch eine unangemessene Partnerwahl auf eine harte Probe gestellt wird, die deutsche Partnerschafts-Dramedy "Game of Keys" (AT) Prime Video), in der eine Freundes-Clique ein pikantes Experiment wagt, die bitterböse österreichische Kult-Satire "Braunschlag 1986" (HBO Max) von David Schalko.

Ebenfalls komplett ist das Programm des "Spotlight: Female Voices". Hier stehen Serien mit Frauen im Mittelpunkt, "die ihre eigenen Regeln schreiben und ohne die diese Geschichten schlicht nicht funktionieren würden", wie es heißt. Das schon genannte "Westend Girl" mit Helena Zegel gehört hier ebenso dazu, wie "Serial Cleaner" (ZDFneo) mit Aylin Tezel, eine junge Rucksack-Touristin im packenden Survival-Thriller "Escaping Bolivia" (ARD/NDR/SWR/WDR) oder die Mutter-Tochter-Gespanne aus "House of Yang" (ARD) und "Trespasses", die sich mit gespenstischen Schrecken bzw. dem Grauen des Nordirland-Konflikts konfrontiert sehen. Zu ihnen gesellen sich weibliche Stimmen aus Palästina, Bangladesch und dem Iran, wo eine junge Frau knapp einen Femizid-Versuch überlebt ("Fadia"), eine andere mit toxischer Männlichkeit pandemischer Ausmaße konfrontiert wird ("Annie") und die dritte als Exil-Iranerin in Paris ein neues Leben zu finden hofft ("Happiness", Arte).

"Egal ob aus Bangladesch oder dem britischen Königreich, Deutschland oder Österreich, Palästina oder Norwegen: Die Stimmen, die uns in diesem Jahr in ihren seriellen Bann schlagen, sprechen viele Sprachen. Wenn nicht wie in 'Das Manko' die Physis die Sprache fast ganz ersetzt oder in 'Sheep' die Schafe ihre Ignoranz mit den Stimmen von Stars wie Jella Haase, Birgit Minichmayr oder Merlin Sandmeyer kundtun dürfen", fasst Programmdirektor Gerhard Maier den kuratorischen Ansatz zusammen.

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