Das 22. Deutsche FernsehKrimi-Festival ging am Freitag mit der Verleihung der diesjährigen Preise zu Ende. Den Deutschen FernsehKrimi-Preis erhielt dabei "Acht" (ORF/ZDF), ein Landkrimi von Marie Kreutzer, die auch das Drehbuch verfasste. "So schnörkellos der Titel, so präzise durchkomponiert und gleichzeitig lebendig ist dieses Glanzstück von einem Krimi von der ersten bis zur letzten Minute. Relevante Themen wie demokratiefeindliche Verschwörungsideologie und toxische Männlichkeit werden hier nicht zu einem Vehikel sondern komplettieren das kongeniale Zusammenspiel der Darsteller, die präzise Ästhetik und die nuancierte Dramaturgie zu einem besonderen Filmerlebnis. Die Gedanken sind frei, die Emotionen und die Wucht der Geschichte zu vollenden, ohne dabei zu vergessen, das Publikum im besten Sinne zu unterhalten", urteilte die Jury.

Und mehr noch: Thomas Prenn und Regina Fritsch erhielten für ihre Rollen in "Acht" obendrein noch einen Sonderpreis fürs beste Schauspiel. "Während die beiden Figuren einer klaren Hierarchie unterliegen, agieren die Spielenden auf Augenhöhe, dass man zu jedem Zeitpunkt den Respekt zwischen den beiden spürt. Regina Fritsch glänzt als Chefinspektorin Geyer mit pointierter Autorität, die sich schließlich von ihrem Adjutanten mit ihrem eigenen Gewissen konfrontiert sieht. Dank Thomas Prenns präzisem Spiel, das Innere auf minimalistische Art und Weise nach außen zu kehren, wird dieses Wechselspiel der beiden zu einem darstellerischen Hochgenuss."

Ebenfalls doppelt ausgezeichnet wurde der neue Frankfurter Cold-Case-"Tatort": Edin Hasanović und Melika Foroutan wurden mit einem Sonderpreis für ihr herausragendes Zusammenspiel geehrt. "Melika Foroutan beeindruckt mit einer eleganten Präsenz in ihrer Souveränität, sowohl innerhalb der Figur als auch im Spiel selbst. Ohne jede Eitelkeit eröffnet sie der Verletzlichkeit ihres Gegenübers einen Schutzraum. Die Wucht in Edin Hasanovićs kompromisslosem Spiel konfrontiert uns mit dem Schmerz seiner Figur Hamza und lässt uns keine Chance, dem zu entkommen. In dieser Kombination erschaffen sie in den kammerspielartig anmutenden Szenen im Keller eine elektrisierende Lebendigkeit, die gleichsam fesselt und berührt", schreibt die Jury. Auch die Publikumsjury des "Wiesbadener Kuriers" vergab ihre Auszeichnung an den "Tatort - Dunkelheit" und lobte die "Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann".

Ein weiterer Sonderpreis ging nach Österreich an "Eierkratzkomplott - Ein Stinatz-Krimi". Die Jury schreibt hierzu: "'Eierkratz-Komplott' lädt uns an einen Ort ein, den wir so noch nicht kannten, doch  jetzt definitiv nicht mehr missen möchten. Vor allem dank eines ebenso warmherzigen, wie einzigartigen Ensembles haben wir uns von der ersten Minute an verliebt in eine Welt, in der das Ausblasen von Eiern ebenso existenziell ist, wie ein Toter auf der Sonnenbank. Aber auch die einzigartige Kamera, die liebevolle Ausstattung, der überraschende Schnitt und die pointierte Musik zeigen uns, was alles möglich ist, wenn man Humor in das Krimi-Genre Einzug halten lässt."

Dre Preis für die Krimiserie des Jahres, über den die Studierendenjury entschied, ging an "Sternstunde der Mörder, eine deutsch-österreichisch-tschechische Koproduktion, die von Christopher Schier nach dem Buch von Klaus Burck inszeniert wurde und die auf dem gleichnamigen Roman von Pavel Kohout basiert. In der Begründung heißt es: "'Sternstunde der Mörder' fängt uns mit ausdrucksstarken Bildern ein, kontrastreich geleuchtet, kreativ aufgelöst, und wirft uns in das Prag von 1945, eine Zeit, in der Gewalt an der Tagesordnung steht, mit der jedoch visuell sensibel umgegangen wird – implizit und doch nicht verharmlosend." Die Serie zeichne sich durch eine große Stimmigkeit aus, die Zuschauenden würden von der Vielschichtigkeit der Charaktere herausgefordert.

Vergeben wurde schließlich noch ein Preis für die vielversprechendste Stoffidee im Drehbuchwettbewerb "Tatort rechtsaußen". Dieser ging an den Schauspieler und Nachwuchsautor Aykut Kayacık für die Miniserie "Wölfe" über zwei verdeckte Ermittlerinnen, die parallel die türkischen Grauen Wölfe und die deutsche Neonazi-Szene infiltrieren.