"Die Spiegel-Gruppe ist gesund, unsere journalistische Unabhängigkeit hat ein stabiles wirtschaftliches Fundament", sagt Geschäftsführer Thomas Hass anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen im vergangenen Jahr. Der Gesamt-Umsatz lag mit 258,8 Millionen Euro um 3,6 Millionen höher als noch im Jahr zuvor, der Jahresüberschuss fiel mit 25,9 Millionen um etwa 600.000 Euro geringer aus - alles in allem also recht stabile Zahlen.

Blickt man etwas genauer auf die unterschiedlichen Segmente, dann ist die Stabilität vor allem Spiegel+ und den anderen digitalen Abo-Modellen zu verdanken. Mit dem digitalen Vertrieb wurden 77,7 Millionen Euro umgesetzt, das waren 10,8 Millionen oder 16,1 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Die Einnahmen aus Print-Vertrieb sanken hingegen um 2,3 Prozent, liegen mit 88,5 Millionen Euro aber bislang noch darüber.

Der Werbemarkt war wie für die Mehrzahl aller klassischen Medien auch für die Spiegel-Gruppe schwierig. Die Einnahmen aus der Print-Vermarktung sackten um 16,6 Prozent ab, sie machen aber ohnehin nur noch 14,6 Millionen Euro aus. Die Digital-Vermarktung steuerte mit 43,5 Millionen Euro ungleich mehr bei, im Vergleich zum Vorjahr war das aber ein kleiner Rückgang um 0,6 Prozent. Der Bereich Film- und Fernsehproduktion blieb mit 26,6 Millionen Euro quasi stabil.

Generell wird die Spiegel-Gruppe damit immer unabhängiger von Werbeeinnahmen, über Print und Digital hinweg wuchs der Vertriebsanteil am Gesamtumsatz von 61,8 auf 62,2 Prozent, beim "Spiegel" (Print + Digital) macht der Vertrieb sogar bereits 77 Prozent aus, die Vermarktung nur noch 23 Prozent. Der Umsatz mit Digital-Abos soll dabei weiter das Wachstumsfeld bleiben, bis 2030 will man konzernweit die 100-Millionen-Euro-Schwelle übersprungen haben.

Geschäftsführer Thomas Hass kündigte an, den Kurs fortzusetzen: "Wir stärken unseren Kern – die Investigation und Innovationen in der Produktentwicklung –, auch durch eine weiterhin exzellente Rechtsabteilung. Denn investigativer Journalismus, wie er vom 'Spiegel' und vom 'Manager Magazin' betrieben wird, braucht rechtlichen Rückhalt. Die bisher erfolgreich verteidigte Berichterstattung zum Fall Ulmen/Fernandes ist ein aktuelles Beispiel. Wir haben darüber hinaus in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe höchstrichterlicher Entscheidungen vor dem Bundesgerichtshof und dem Bundesverfassungsgericht erwirkt, die teilweise von grundsätzlicher Relevanz für die gesamte Medien- und Verlagsbranche sind."