Nachdem Peter Turi seinen 2007 gegründeten Mediennews-Aggregator turi2 2024 an die österreichische Mediengruppe Oberauer verkauft hat, hieß es zunächst, er würde dort auch weiterhin an Bord bleiben und sich um den Ausbau der Themenwochen kümmern. Doch allzu lange hielt die Zusammenarbeit nicht, stattdessen ging Turi noch einmal ein neues Projekt an, diesmal unter dem Namen "Turi.One".

Unter dem Titel "I have a dream" schrieb Turi von seiner Vision "das Internet zu reparieren" und eine "Plattform ohne Patriarchen" zu gründen. Neben dem Aufbau einer eigenen Community namens Turi.Friends war die regelmäßige Herausgabe von gedruckten Magazinen unter dem Titel "Turi.Paper" (gewissermaßen die Fortführung der "turi2 Editionen") sowie eine ganze Reihe von Newslettern geplant, die Turi als "Useletter" bezeichnete, weil sie keine News, sondern Inspiration liefern sollten.

Nach mehreren Verzögerungen ging Turi.One schließlich am 9. Oktober offiziell an den Start, das Angebot befand sich noch immer im Aufbau. Doch nur wenige Monate später ist nun wieder Schluss. Am Freitagmorgen kam die Bestätigung, dass das komplette Angebot von Turi.One eingestellt wird, über einen letzten Newsletter. Darin heißt es: "Das Internet ist immer noch krank. Doch unser Gründer Peter Turi ist es momentan leider auch." Das Team von Turi.One schaffe es nicht, "die Idee von Turi.One längere Zeit ohne ihn so fortzusetzen, wie es dieser Idee gebührt. Denn Peter Turi ist eben nicht nur Gründer, sondern immer auch er selbst: ein visionärer, wacher, schneller Vordenker, ein bestens vernetzter, herzlicher Kontaktepfleger, ein Tausendsassa."

Die hinter Turi.One stehende Turi GmbH hat bereits am 15. Mai beim Amtsgericht Wiesbaden Antrag auf Insolvenz eingereicht, zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Johannes Konstantin Hancke von der Wiesbadener Kanzlei Hezel Hancke & Partner bestellt. Hintergrund ist, dass auch die für Juni geplante Veröffentlichung des nächsten Turi.Papers nicht mehr erfolgen wird, die Einnahmen aus dort schon gebuchten Anzeigen aber nicht vollständig zurückgezahlt werden können. Turi2 ist als Angebot des Oberauer-Verlags davon nicht betroffen. Bleibt an dieser Stelle also nur noch, Peter Turi schnelle Genesung zu wünschen.