Der Firmenname Slowly Media ist bewusst gewählt – als Verweis auf die Idee des sogenannten Slow Journalism. "In immer schnelleren News-Zyklen geht oft genau das verloren, worum es im Journalismus eigentlich gehen sollte: Einordnung, Tiefe und echtes Verständnis", sagt Viola Funk, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Dinah Rothenberg die neue Produktionsfirma mit Sitz in Berlin und Essen gegründet hat. "Wir glauben an dokumentarisches Erzählen, das Zusammenhänge sichtbar macht und Menschen nicht nur als Schlagzeile behandelt."

Mit Slowly Media wollen Funk und Rothenberg künftig dokumentarische Audio- und Filmformate produzieren. Im Zentrum sollen nach eigenen Angaben "gesellschaftlich relevante Geschichten, investigative Recherche und traumasensible Berichterstattung" stehen. Ihr Anspruch sei es, "komplexe gesellschaftliche Themen differenziert, ethisch und langfristig" zu erzählen. "Je komplexer die Welt wird, desto verantwortungsvoller müssen wir erzählen", so Rothenberg. "Uns geht es darum, Geschichten zu produzieren, die Kontext schaffen und Wirkung entfalten. Viele sind schon lange überfällig. Dafür braucht es sensibles, diskriminierungsfreies und journalistisch sauberes Arbeiten."

Als Kundenkreis für ihre Podcastserien, Dokumentarfilme und journalistischen Features sehen die beiden Geschäftsführerinnen vor allem öffentlich-rechtliche Sender, Streaming-Plattformen, Medienhäuser sowie Organisationen mit Bildungs- und Informationsauftrag. Ihre erste Produktion, die englischsprachige Podcast-Reportage "Fortress Europe: The Fight for Refugees in Greece", ist soeben beim US-amerikanischen Investigativ-Podcast "Reveal" erschienen. Hinter "Reveal" steht das gemeinnützige Center for Investigative Reporting in San Francisco, das auch das Magazin "Mother Jones" herausgibt.

Funk und Rothenberg kommen vom Berliner Podcast-Studio ACB Stories, das mit dem Grimme Online Award oder dem Deutschen Podcastpreis ausgezeichnete Formate wie "Memento Moria", "Springerstiefel – Fascho oder Punk?", "190220 – Ein Jahr nach Hanau", "Trauma Loveparade" oder "Deutschrap 25" produziert hat. Funk baute das Studio 2020 für die Berliner Digitalagentur A Color Bright auf und leitete es bis Ende 2025. Rothenberg stieß 2022 als Head of Creative Development hinzu und arbeitete als Autorin, Produzentin und Moderatorin.