Zum ersten Mal haben die Film- und Medienstiftung NRW und das Medienmagazin DWDL.de am Mittwochabend in Köln ein gemeinsames Sommerfest ausgerichtet. Anlass für den Schulterschluss waren gleich zwei Jubiläen: Während die Filmstiftung ihr 35-jähriges Bestehen feiert, wird DWDL.de in diesem Jahr 25 Jahre alt. Nach vielen Jahren, in denen die Filmstiftung in die Wolkenburg lud, ging es für das Sommerfest erstmals auf die andere Rheinseite, ins erst kürzlich neu eröffnete Parkcafé im Deutzer Rheinpark, wo gemeinsam mit rund 800 Gästen aus Film, Fernsehen, Kultur, Wirtschaft und Politik bis in die Nacht hinein gefeiert wurde.

Zu den prominenten Gästen des Abends zählten unter anderem Sandra Maischberger, Louis Klamroth, Jan Böhmermann, Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Martina Hill, Jeanette Michaelsen, Laura Karasek, Moritz Führmann, Maria Schrader, Thorsten Schorn und Maximilian Mundt. Daneben kamen bei bestem Wetter auch zahlreiche Sender- und Plattform-Vertreter, darunter ARD-Programmdirektorin Christine Strobl, RTL-Deutschland CEO Stephan Schmitter, RTL-Content-Chefin Inga Leschek, ProSiebenSat.1-CCO Hebrik Pabst, ProSieben-Repräsentant Hannes Hiller, Disney-DACH-Chefin Eun-Ky Park, ZDF-Audience-Direktor Florian Kumb und RTLzwei-Geschäftsführer Thorsten Braun. Ebenfalls vor Ort waren zahlreiche Produzentinnen und Produzenten, darunter UFA-Chef Sascha Schwingel, Bavaria-Film-CEO Christian Franckenstein, Degeto-Chef Christoph Pellander, ZDF-Studios-Geschäftsführer Markus Schäfer, Seapoint-Chefin Nina Klink und Leopold Hoesch von Broadview TV. Dazu kamen Produktionsallianz-Chefin Michelle Müntefering, der VAUNET-Vorstandsvorsitzende Claus Grewenig und Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.

Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, betonte im Gespräch mit Moderatorin Valerie Niehaus, dass der Umzug des Sommerfests an den Rhein mit Domblick zwar ein Perspektivwechsel sei – wichtiger jedoch sei die Möglichkeit, die Menschen hinter zahlreichen Projekten zusammenzubringen. Zugleich dankte er er den Kreativen, mit denen die Filmstiftung jedes Jahr zu tun habe, und bezeichnete es als "großes Glück", sich immer wieder mit der Frage zu beschäftigen, welche Projekte man fördern dürfe.

Thomas Lückerath, Gründer und Chefredakteur von DWDL.de, betonte die gemeinsame Leidenschaft von Filmstiftung und Medienjournalismus. "Wir teilen die Leidenschaft für gute Geschichten", sagte er. "Deswegen sind wir manchmal ja auch so böse, weil man, wenn man das Medium liebt, manchmal eben sagt: Das hätte anders gehen können." Lückerath verwies aber auch auf den Umbruch in der Branche. Noch nie habe es so viele Bildschirme gegeben wie heute. "Es gibt neue Gesichter, neue Formen, gleichzeitig natürlich neue Allianzen im deutschen Markt", erklärte Lückerath etwa mit Blick auf die jüngst erfolgte Übernahme von Sky durch RTL. "Wir haben Bewegung im deutschen Markt, und das ist für jemanden, der darüber berichtet, natürlich Gold wert."

Die politische Perspektive brachten Bernd Schulte (CDU), Staatssekretär für Bundesangelegenheiten und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, und Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) ein. Schulte verwies darauf, dass jede zweite Sendeminute im deutschen Fernsehen aus NRW komme. Die Film- und Medienstiftung sei es über Jahrzehnte gelungen, eine Einheit zu schaffen, bei der es nicht nur um die Frage gehe, wie viel Förderung gibt, sondern auch, wie wirksam diese sei. Burmester wiederum hob die Rolle der Domstadt als wichtigen Medienstandort hervor. So freute er sich, dass so viele Produktionen aus Köln kommen, die letztlich "das Bild der Stadt prägen", so wie etwa der "Tatort" mit der Wurstbraterei und dem Bild der Stadt am Ende jeder Folge.

Abschließend würdigte WDR-Intendantin Katrin Vernau, deren Haus zusammen mit dem Land Nordrhein-Westfalen größter Gesellschafter der Filmstiftung ist, die Beteiligten. "Sowohl die Medienstiftung als auch DWDL sind wichtige und starke Akteure", sagte sie. "Nordrhein Westfalen ist ein vielfältiger, starker Medienstandort und ein solcher Standort braucht eben auch starke Akteure. Dass Köln eine tolerante, weltoffene Stadt sei, sei dabei "genau der kreative Humus, den es braucht, um einen Standort auch zu entwickeln". Sie freue sich darüber, dass die Film- und Medienstiftung wach bleibe "und immer wieder aufnimmt, was sich an neuen Entwicklungen und Trends in der Medienbranche ergibt und die Pflänzchen dann immer wieder angießt, damit sie auch schön wachsen".

Mit Blick in die Zukunft formulierte Vernau den Wunsch, nicht nur über "Finanzierungsfragen und knappe Ressourcen zu diskutieren", sondern auch über die Frage, "wie wir gemeinsam partnerschaftlich neue tolle Projekte angehen können". Das Sommerfest unter freiem Himmel bot dann auch direkt eine wunderbare Gelegenheit, in den Austausch zu gehen.