Die Verwertungsgesellschaft der Film und Fernsehproduzenten (VFF) hat am Sonntag zum 31. Mal die Bernd Burgemeister Fernsehpreise für herausragende, produzentische Leistungen verliehen. Ausgezeichnet werden jeweils die entsprechenden Leistungen in den Kategorien Fernsehfilm sowie Mehrteiler/Serie, insgesamt gingen 16 Produktionen ins Rennen um die Auszeichnung. Beide Preise sind mit 25.000 Euro dotiert.

Am Ende zeichnete die dreiköpfige Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Rosenbauer (freie Produzentin), Heike Wiehle-Timm (Relevant Film) sowie Alexis von Wittgenstein (Violet Pictures) die Produzentin Doris Zander von Bavaria Fiction für das TV-Drama "Eine Nacht in Bangkok" mit Désirée Nosbusch und Matthias Brandt in den Hauptrollen als besten Fernsehfilm aus. Die für den besten Mehrteiler/Serie ausgelobte Trophäe ging an die geschäftsführenden Produzenten Katrin Haase und Oliver Arnold von der U5 Filmproduktion GmbH & Co.KG für die Science-Fiction-Miniserie "Wake Up".

In "Eine Nacht in Bangkok" trifft eine lange getrenntes Paar wieder aufeinander, als ihre Tochter in Untersuchungshaft sitzt. Inszeniert wurde der Film von Rainer Kaufmann, das Drehbuch verantwortete Sathyan Ramesh. Juryvorsitzende Dagmar Rosenbauer sagt: "Doris Zander wollte etwas über die Traumata von Trennungskindern erzählen, ohne einen Themenfilm oder einen Krimi daraus zu machen. Eine Komödie sollte es sein - also hohes Risiko. Denn mit kaum etwas kann man so scheitern, wie mit dem Versuch lustig zu sein. Was für einen Spaß müssen alle Beteiligten bei diesen Dialogen gehabt haben." Auftraggeber der Films war der NDR. 

In "Wake Up" fällt die Hauptdarstellerin Clara, gespielt von Luna Jordan, nach einem Skiunfall ins Wachkoma. Mithilfe von Nanobots soll nun Claras Bewusstsein in den Körper ihrer Schwester Emilia übertragen werden. Mia Maariel Meyer und Tim Trachte führten Regie, das Drehbuch zur ZDF-Serie stammt vom Arpana Aischa Berndt, Paulina Lorenz, Raquel Dukpa, Mar B. Alves, Dominik Hochwald und Christoph Mathieu.

Katrin Haase und Oliver Arnold © Getty Images PR für VFF Katrin Haase und Oliver Arnold von der U5 Filmproduktion

Am Sonntag hat das ZDF die ersten zwei Folgen der Serie im Münchner Astor Kino gezeigt - und das der kürzlich verstorbenen Hauptdarstellerin Luna Jordan gewidmet. "Kurz nachdem wir als Jury unsere Entscheidung getroffen hatten, haben wir von Luna Jordans Tod erfahren, die mit ihrem Schauspiel einen besonderen Anteil an der heute preisgekrönten Produktion hat. Was ich sagen kann, ist, dass ihre Rolle in Wake up eine sehr besondere ist. Und dass Luna Jordan diese Rolle auf ihre ganz eigene Art phänomenal verkörpert hat", sagt Jury-Mitglied Alexis von Wittgenstein. Die Serie sei "in allen Belangen die herausragende Produktion aus dem diesjährigen Serien-Jahrgang des Bernd Burgemeister Fernsehpreises", so der Produzent weiter. 

Albrecht Bischoffshausen, Geschäftsführer der VFF, sagt zur Preisverleihung: "Die Produzentin oder der Produzent tritt oftmals hinter den Erfolg anderer im Teamwork Film zurück. Und genau hier möchten wir als VFF mit dem Preis gegensteuern und gerade die ehren, die mit ihrer Risikobereitschaft, ihrer Ausdauer und ihrer Weitsicht relevante Fernsehfilme und -serien auf den Bildschirm bringen. Und oft sind sie auch inhaltlich Mütter und Väter ihrer Werke. Für die kulturelle Vielfalt ebenso wie die Diskussion bedeutsamer Themen sind diese Produktionen ein wichtiger Gradmesser für aktuelle Strömungen in unserer Gesellschaft. Durch fiktionale Geschichten leisten sie alle einen maßgeblichen Beitrag zu Verständigung und Toleranz in einer zunehmend angespannten Debattenkultur – gerade auch dann, wenn sie Themen aufgreifen, die uns alle herausfordern und tief im Herzen berühren. Solche Geschichten, die bewegen, verstören, in uns etwas auslösen und die das Potential haben, uns als Gesellschaft näher zusammenzuführen."