Der US-Medienkonzern Comcast hat am Montag tiefgreifende Veränderungen in der eigenen Konzernstruktur angekündigt. So will man NBCUniversal, also auch inklusive Sky, den Themenparks und den anderen Medien-Aktivitäten (Universal Pictures und Universal Television, NBC, Telemundo, Peacock etc.) in ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen ausgliedern. Comcast selbst will sich fortan auf die Bereiche Tech, Mobilfunk und Breitband konzentrieren. Durch diesen Schritt könnten beide Unternehmen perspektivisch "agiler agieren", heißt es vom Konzern.
Die Aufspaltung ist nur das jüngste Beispiel für den großen Wandel, den derzeit so ziemlich alle Medienkonzerne mitmachen. Erst vor wenigen Wochen wurde der Übernahmestreit zwischen Netflix und Paramount Skydance in Bezug auf Warner Bros. Discovery (WBD) beendet. WBD hatte zunächst ebenfalls eine Aufspaltung in zwei Unternehmensteile angekündigt, um das Studio- und Streaminggeschäft von Netflix übernehmen zu lassen. Letztlich ging der Zuschlag jedoch an Paramount, das nun den Gesamtkonzern (also inklusive TV-Sender) übernimmt.
Nach dem Vorbild der ursprünglich angekündigten WBD-Aufspaltung handelt nun auch Comcast, bei der Ausgliederung von NBCUniversal soll es sich um eine steuerfreie Abspaltung handeln, die voraussichtlich in rund einem Jahr abgeschlossen sein wird. Die Pläne stehen noch unter dem Vorbehalt bestimmter Zustimmungen, beispielsweise von den Behörden.
Das Vorhaben von Comcast ist auch unter zwei Gesichtspunkten interessant: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Sky vor der Übernahme des britischen Free-TV-Senders ITV steht (DWDL.de berichtete). Klappt dieser Deal, wäre auch ITV Teil des neuen NBCUniversal. Der Medienarm von Comcast hatte sich Anfang des Jahres schon einmal selbst aufgeteilt und seine Kabelsender abgestoßen, diese werden mittlerweile von der neuen Versant Media Group betrieben.
Bei Comcast hat man jedenfalls schon klare Vorstellungen von der künftigen Aufstellung der beiden Unternehmen. So soll NBCUniversal inklusive Sky künftig von Mike Cavanagh als Geschäftsführer geleitet werden, er ist schon heute Co-CEO von Comcast. Der ehemalige Finanzvorstand von Comcast, Michael Angelakis, wird nach Abschluss der Trennung den Posten des CEO bei Comcast übernehmen. Wie das Unternehmen außerdem mitteilte, soll Co-CEO Brian L. Roberts weiterhin "aktiv an der Führung von Comcast und NBCUniversal beteiligt sein". Wie das genau funktionieren soll, wurde nicht erklärt. Er würde dabei jedoch eng mit den CEOs beider Unternehmen zusammenarbeiten, hieß es.
Nach Comcast-Angaben wird man bis zu einem Jahr nach der Ausgliederung eine Beteiligung in Höhe von bis zu 19,9 Prozent an NBCUniversal und Sky behalten. Diese Beteiligung will man "im Laufe der Zeit steuerlich effizient verwerten". Die aktuellen Comcast-Aktionäre werden in jedem Fall Anteile sowohl an Comcast als auch an NBCUniversal halten.
Brian L. Roberts sprach am Montag von einem "aufregenden Tag" für das Unternehmen. "Die Transaktion wird einen stärker unternehmerisch geprägten Führungsansatz ermöglichen und jedem Geschäftsbereich eine Vielzahl neuer Chancen eröffnen. Ich freue mich sehr darauf, unser gemeinsames Wachstum in diesem nächsten Kapitel mitzugestalten."
Und Mike Cavanagh, der künftige CEO von NBCUniversal, sagte: "Beide Unternehmen starten aus einer Position der Stärke in dieses nächste Kapitel. Comcast wird seine Führungsrolle im Bereich Konnektivität weiter ausbauen, während NBCUniversal gemeinsam mit Sky über die Größe, die Marken, die Inhalte und die finanziellen Ressourcen verfügen wird, um als führendes globales Medien- und Unterhaltungsunternehmen zu bestehen." Er sieht NBCUniversal "bestens positioniert, um langfristig Wert zu schaffen".
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