Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll sich neben dem Rundfunkbeitrag auch durch Werbung refinanzieren. So will es der Gesetzgeber, begrenzt den Handlungsspielraum in der Vermarktung - anders als beim Programm - allerdings auf den linearen Ausspielweg. Ein Mehr an Werbung - oft kein populäres Thema, doch in der sich verschärfenden Debatte um den Rundfunkbeitrag und angesichts schlagzeilenträchtige Einsparungen im Programm hebt ARD Media-Chef Ralf Hape im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de die Hand: „Wir könnten mehr beitragen.“
Er bemängelt, dass die wirklich großen öffentlich-rechtlichen Reichweiten bislang nur eingeschränkt oder gar nicht kommerziell nutzbar sind, weil keine Werbung in ARD Mediathek und ARD Sounds erlaubt ist. Wie beliebt macht man sich mit der Forderung? „Da hat sich in den letzten zwei Jahren viel bewegt“, sagt er mit Blick auf die Akzeptanz der Idee von Werbung in der ARD Mediathek - innerhalb der ARD. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber ich hoffe auch nicht, dass es noch zehn Jahre dauert. Vielleicht schaffen wir es in den nächsten fünf Jahren.“
Bis dahin wolle man mit Mandantengeschäft wachsen und gemeinsam lernen „für den Tag, an dem wir dann irgendwann einmal ARD Mediathek und ARD Sounds vermarkten können“. Doch nicht nur in diesem Punkt denkt Hape neu: Er regt eine engere Zusammenarbeit oder gar einen Zusammenschluss mit dem ZDF Werbefernsehen an, wo Geschäftsführer Hans-Joachim Strauch nach fast 25 Jahren aufm Lerchenberg dem Vernehmen nach bald in Ruhestand gehen wird.
„Ich sehe da eine Chance“, sagt Ralf Hape im Gespräch mit DWDL.de. „Wir würden die Hand ausstrecken.“ Es wäre nicht der erste Anlauf. Von 2008 bis 2015 gab es zwischenzeitlich schon einmal die ARD & ZDF Fernsehwerbung GmbH als Joint Venture. Damals jedoch kein echter Zusammenschluss. Heute jedoch sieht Hape im veränderten Wettbewerb eine neue Chance für einen gemeinsamen öffentlich-rechtlichen Werbevermarkter. Die Konkurrenz im Kampf um die Werbe-Euros sei internationaler geworden und Größe zu einem Kriterium. Hape: „Es gibt noch viel Potential für Veränderung. Zum Glück bin ich Optimist und sehe darin immer mehr Chancen als Risiken."
von



