Schon 1998, nur ein Jahr nach Sendestart, kam Erhard Scherfer zu Phoenix. Seither hat der Journalist das Programm des öffentlich-rechtlichen Senders nachhaltig geprägt - doch nun steht ein Generationenwechsel bevor. Wie am Mittwoch bekannt wurde, wird sich Scherfer ab September in den Ruhestand verabschieden. Mit Philipp Menn, dem langjährigen Hauptstadt-Reporter des WDR, hat Phoenix bereits einen Nachfolger gefunden.

"Es ist nicht selbstverständlich, so nah vom Zentrum der deutschen Politik berichten zu dürfen. Ich bin deshalb äußerst dankbar für eine einmalige Chance in Zeiten, in denen sich die Politik im Land verändert hat", sagte Erhard Scherfer. "Und ich freue mich, dass ich ein klein wenig mit dazu beitragen konnte, dass Phoenix eine feste Größe in der politischen Information geworden ist. Meinem Nachfolger Philipp Menn wünsche ich viel Erfolg und eine ebenso große Freude, wie ich sie mit dem wunderbaren Berliner Phoenix-Team hatte."

Eva Lindenau © WDR/Annika Fußwinkel Eva Lindenau
Eva Lindenau, Programmgeschäftsführerin von Phoenix, würdigte den langjährigen Korrespondenten im Hauptstadtstudio: "Erhard Scherfer hat Phoenix fast drei Jahrzehnte geprägt und mit seinen Einordnungen und Interviews zu der Adresse für politische Ereignisberichterstattung gemacht. Bundestagsdebatten ohne ihn sind kaum vorstellbar. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem WDR-Hauptstadtkorrespondenten Philipp Menn einen hervorragenden Nachfolger gewinnen konnten. Ich danke Erhard Scherfer für seinen enormen Einsatz und alles, was er für den Sender geleistet hat."

Scherfers Nachfolger Philipp Menn betonte: "In dieser bewegten Zeit ist es ein Privileg, unabhängig berichten zu können und Politik verständlich einzuordnen." Inzwischen ist auch klar, dass Phoenix weitersenden kann, nachdem die Zukunft des Senders zeitweise unklar war. Im Frühjahr hatten sich ARD und ZDF im Zuge der geplanten Spartensender-Reform darauf verständigt, das Phoenix-Profil ab 2027 zu schärfen. So soll es neben der aktuellen Live-Berichterstattung über politische und gesellschaftliche Ereignisse sowie Parlamentsdebatten hinaus auch verstärkt Nachrichten von ARD und ZDF zu sehen geben.

Mehr Verantwortung für Marc Steinhäuser

Marc Steinhäuser © Phoenix/WDR/Claus Langer Marc Steinhäuser
Derweil gibt es noch eine weitere Personalie bei Phoenix: Schon von diesem Mittwoch an übernimmt Marc Steinhäuser die Position des stellvertretenden Redaktionsleiters Ereignisse. Steinhäuser ist seit 2022 für Phoenix tätig, unter anderem als Europa-Reporter und Moderator für Wahlsendungen und Parteitage sowie als stellvertretender Redaktionsleiter. "Ich freue mich sehr, das Herzstück von phoenix zum gemeinsamen Informationsangebot von ARD und ZDF weiterzuentwickeln zu dürfen - mit einem tollen Team und klarem Fokus auf Live-Berichterstattung aus den Parlamenten, von Parteitagen und politischen Ereignissen", sagte er.