Die Formsache ist geklärt, die Umsetzung in den einzelnen Märkten noch offen: Banijay Group und die Investmentfirma RedBird IMI haben ihre Entertainment-Töchter wie geplant fusioniert. Hauptsitz des neuen Unternehmens unter dem Namen Banijay Entertainment ist London, wo zuvor All3Media schon seinen Sitz hatte. 

Der neue Produktionsriese ist mit 170 Firmen in 25 Ländern aktiv und kommt auf konsolidierter Basis im Jahr 2025 auf einen Umsatz von über 4,3 Milliarden Euro. Das bereinigtes EBITDA liegt bei über 700 Millionen Euro. Nach eigener Darstellung entsteht „das weltweit größte unabhängige Produktionsunternehmen mit gestärkten Kompetenzen in den Bereichen Content-Produktion, Live-Events und -Erlebnisse, Digital sowie Neue Medien.“ 

Jeff Zucker (CEO von RedBird IMI) wird den Vorsitz übernehmen, der bisherige Banijay Entertainment-Chef Marco Bassetti CEO und die bisherige All3Media-Chefin Jane Turton als stellvertretende CEO. Eher bescheiden wirkt das Ziel des Trios, im ersten Jahr der Fusion Synergien von 50 Millionen Euro realisieren zu wollen. Wie genau gespart werden soll, also die Fusion in den einzelnen Märkten umgesetzt wird, bleibt allerdings vorerst offen. 

In Deutschland würde Banijay um die All3Media-Marken Filmpool Fiction, Filmpool Entertainment und South & Browse wachsen. Wie diese organisatorisch und personell integriert werden, dürfte sich in den kommenden Wochen klären. In der Pressemitteilung von Donnerstag heißt es lediglich, das fusionierte Unternehmen werde weiterhin nach dem dezentralen, von den Länder-CEOs geleiteten Modell von Banijay Entertainment arbeiten. Demnach liegt die Entscheidung bei Banijay Germany-CEO Marcus Wolter.

An diesem Donnerstag äußern sich erstmal die internationalen Spitzen: Laut Jeff Zucker läute diese Fusion „eine neue Ära in der globalen Unterhaltungsbranche“ ein, dass mit Marco und Jane „über das beste Führungsteam überhaupt“ verfüge. „Dies ist auch ein Meilenstein für RedBird IMI, das bereits in seinem dritten Jahr eine so führende Rolle auf der globalen Unterhaltungsbühne einnimmt“, so Ex-CNN-Chef Zucker. Ähnlich äußert sich François Riahi, CEO der Banijay Group, spricht von zwei sich „hervorragend ergänzenden Unternehmen mit außergewöhnlichen kreativen Ressourcen und globalen Ambitionen.“

Marco Bassetti, CEO des alten wie neuen Banijay Entertainment, spricht von einem „transformativen Meilenstein“: „Gemeinsam schlagen wir ein neues Kapitel als globales Medien- und Unterhaltungs-Powerhouse und natürlicher Konsolidierer auf, indem wir erstklassige kreative Talente und Führungskräfte, herausragende IP sowie diversifiziertes, länderübergreifendes Fachwissen vereinen, um langlebige Franchises aufzubauen und zu sichern, die alle wichtigen Märkte und Plattformen abdecken.“

„Ich bin stolz darauf, meine Kräfte mit Marco und dem neuen Team zu bündeln – gerade in einer Zeit, in der ein riesiger Hunger nach brillanten Sendungen besteht, die von Weltklasse-Talenten entwickelt und produziert werden. Hinzu kommen die Stärke eines globalen Vertreibers, eines marktführenden Digitalstudios und eines wachsenden Live-Event-Geschäfts – und schon vervielfachen sich die Chancen“, schwärmt die stellvertretende Geschäftsführerin Jane Turton.