Wenige Tage vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft hat die Deutsche Telekom eine positive Bilanz ihrer WM-Übertragungen gezogen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe das Turnier auf der TV-Plattform MagentaTV "so viele Menschen wie kein Sportereignis zuvor" erreicht. 

Dabei seien nicht zuletzt die insgesamt 44 exklusiven Live-Spiele "echte Publikumsmagneten" gewesen, allen voran das Viertelfinale zwischen England und Norwegen, das nach Angaben der Telekom acht Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer erreichte. Das ist auch deshalb bemerkenswert, schließlich würde sich die Übertragung damit auf Augenhöhe mit den beiden Viertelfinal-Übertragungen bei ARD und ZDF bewegen - und das, obwohl MagentaTV nur gegen Bezahlung empfangbar ist. Dahinter folgen im Telekom-Ranking das Achtelfinale zwischen Brasilien und Norwegen mit 6,9 Millionen sowie das Gruppenspiel zwischen Frankreich und Senegal mit 6,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern.

Tatsächlich sind diese Zahlen nicht mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie vom klassischen Fernsehen kennt, zu vergleichen. Gezählt werden nämlich alle Zuschauerinnen und Zuschauer, die mindestens eine Minute zugeschaut haben. Schon bei einer ersten Zwischenbilanz hatte die Telekom jedoch erklärt, dass es sich bei den Zahlen tatsächlich um Zuschauerinnen und Zuschauer handelt - und nicht um Haushalte. Das Unternehmen legt also einen gewissen Co-Viewing-Faktor zugrunde, auf Basis dessen man die gemessenen Haushalte in Publikum umrechnet. Inwiefern dieser Faktor realistisch ist, bleibt aber unklar - anders als ARD und ZDF lässt sich die Telekom nicht von der AGF messen.

So oder so scheint sich die WM für MagentaTV jedoch gelohnt zu haben. So verweist die Telekom auch auf Rekordwerte in den sozialen Medien, wo Inhalte rund um die WM mehr als zwei Milliarden Impressions und über 900 Millionen Videoaufrufe verzeicneten. Zudem ist die Rede von rund 30 Millionen Interaktionen, was als "deutlicher Beleg für die Relevanz der WM-Inhalte und das große Fan-Engagement" gesehen wird. Die hohe Nutzung spiegele sich auch in der technischen Infrastruktur wider: Während eines Deutschland-Spiels erreichte MagentaTV mit 14.700 Gbit/s den höchsten jemals gemessenen Datenverkehr auf der Plattform.

"Die WM hat MagentaTV auf ein neues Level gehoben", sagte Rodrigo Diehl, Deutschland-Chef der Telekom. Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern in allen Bereichen Maßstäbe gesetzt, bei der Qualität der Berichterstattung, der journalistischen Einordnung und mit einem Experten-Team, das so nah am Turnier war wie kein anderer." Und TV-Chef Arnim Butzen erklärte: "Starke Zahlen sind das eine, positive Emotionen das andere. Und da haben wir im Turnierverlauf über alle Kanäle begeistertes Feedback erhalten. Auch die Sport- und TV-Medien haben uns ein überragendes Zeugnis ausgestellt."

WM 2030 auch bei MagentaTV?

Dieses Lob sei "unser Anspruch von morgen", so Butzen mit Blick auf die Fußball-WM der Frauen im kommenden Jahr sowie die Fußball-EM der Männer 2028, deren Rechte die Telekom ebenfalls halten wird. Zuletzt kamen auch bereits Spekulationen über einen möglichen Erwerb der Rechte an der WM 2030 auf, für die die dpa die Telekom als Favoriten ausgemacht haben will. "Wir beobachten den Sportrechtemarkt sehr genau, äußern uns aber nicht zu Spekulationen", erklärte ein Telekom-Sprecher.

Nun stehen aber zunächst noch zwei Spiele der aktuellen Weltmeisterschaft an, darunter eines exklusiv bei der Telekom. Denn während das Finale am Sonntag auch im ZDF laufen wird, gibt es das Spiel um Platz 3, das am Samstagabend steigt, ausschließlich bei MagentaTV zu sehen.