Auf Vorschlag von BR-Intendantin Katja Wildermuth hätte am Montag der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks eigentlich der Vertragsverlängerung für Björn Wilhelm zustimmen sollen. Wilhelm führt seit 2022 eine der beiden Programmdirektionen des BR und ist als Programmdirektor Kultur neben der Kultur unter anderem auch für die Bereiche Wissen und Bildung, Unterhaltung und Heimat sowie das fiktionale Angebot des Senders verantwortlich. 

Nach dem Willen von Katja Wildermuth soll Wilhelm seinen Posten auch für eine zweite Amtszeit, die dann von 2027 bis 2032 dauern würde, behalten. Das letzte Wort hat bei solchen Personalien aber der Rundfunkrat - und dort fand sich am Montag bei der Abstimmung nicht die notwendige Mehrheit, wie zuerst die dpa berichtete und der Sender auch bestätigte. Das ist ein durchaus bemerkenswerter Vorgang, gehen Personalvorschläge der Senderführung in den Aufsichtsgremien doch in aller Regel problemlos durch.

Warum sich am Montag keine Mehrheit fand, ist unklar - die Sitzung des BR-Rundfunkrats ist zwar generell größtenteils öffentlich, Entscheidungen über Personalia finden allerdings im nicht-öffentlichen Teil statt. Auch Wilhelm musste in seinem Bereich wie alle ARD-Anstalten zuletzt einige Einsparungen umsetzen, Programmreformen bei einem Kultursender wie Bayern 2 sind zudem traditionell stets Gegenstand heftiger Diskussionen. Trotzdem genießt Wilhelm in der Branche einen guten Ruf, auch innerhalb des Senders sei die Solidarität mit ihm groß, ist aus München zu hören. 

Unter Wilhelms Leitung wurde die digitale Transformation der Programmangebote vorangetrieben, die BR-Mediathek in die ARD-Mediathek integriert und neue Formate für jüngere Zielgruppen entwickelt. Zugleich wurden zentrale Bereiche der Direktion neu aufgestellt und die Zusammenarbeit innerhalb der ARD ausgebaut, deren Koordinator für den Bereich Fiction Wilhelm auch ist.

"Gespräch mit den Gremien suchen"

Katja Wildermuth © BR/Markus Konvalin Katja Wildermuth
Aktuell läuft Wilhelms Vertrag noch bis ins kommende Jahr, die nächste Möglichkeit über die Besetzung des Programmdirektor-Postens darüber hinaus zu entscheiden ist bei der nächsten Rundfunkratssitzung im Oktober. "Wir werden die kommenden Wochen nutzen, um das Gespräch mit den Gremien zu suchen und zugleich das Vorgehen für die Oktobersitzung festzulegen", sagt BR-Intendantin Wildermuth der dpa. Es gilt nun also auszuloten, welche Vorbehalte gegen Wilhelm überhaupt bestehen und diese auszuräumen - oder einen anderen Vorschlag zu unterbreiten.

Alle anderen Personalvorschläge Wildermuths wurden durch das Gremium unterdessen abgesegnet. Wie bereits gestern vermeldet, wechselt Kemal Görgülü von Arte zum BR und  wird neuer Direktor für Produktion und Technik. Darüber hinaus bleibt Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel Stellvertreter der Intendantin, auch die juristische Direktorin Eva Majuntke wurde bis 2032 im Amt bestätigt.

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