In der vergangenen Saison ließ Sat.1 gleich zwei seiner ehemaligen Serien-Marken wiederauferstehen: Im Frühjahr kehrte "Kommissar Rex" auf den Bildschirm zurück, schon 2025 feierte Henning Baum als Mick Brisgau sein Comeback als "Der letzte Bulle". Doch während bei "Kommissar Rex", das ProSiebenSat.1 gemeinsam mit dem ORF wiederbelebt hatte, schon bei den Screenforce Days Anfang Juli eine Fortsetzung verkündet wurde, blieb man zum "Letzten Bullen" stumm.

Auch beim Screening in Hamburg in der vergangenen Woche war eine mögliche Fortsetzung von "Der letzte Bulle" kein Thema. Dabei erwies sich die Neuauflage für Sat.1 vor allem mit Blick auf die Gesamt-Reichweiten als schöner Erfolg. Im Schnitt verfolgten über 1,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die acht neuen Folgen in Sat.1, auch der Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen lag mit 9,2 Prozent weit über dem Senderschnitt, bei den 14- bis 49-Jährigen reichte es für 8,0 Prozent. 

Dass sich die Entscheidung hier länger hinzog, hängt damit zusammen, dass sich ProSiebenSat.1 für die Neuauflage des "Letzten Bullen" Amazon als Partner mit an Bord geholt hatte, um die Kosten gemeinsam zu stemmen. Premiere feierte der "Letzte Bulle" dadurch nicht bei Sat.1, sondern bei Prime Video, das die neuen Folgen einige Wochen vorab Ende Oktober online stellte. Hier fiel der Zuspruch allerdings verhaltener aus: Laut AGF-Messung erreichte die Serie nie eine höhere Wochen-Nettoreichweite als 300.000 Personen.

Nach DWDL.de-Informationen zog Prime Video daraus Konsequenzen und ist nicht länger beim "Letzten Bullen" an Bord. Hinter den Kulissen galt es für die Kölner Produktionsfirma Glisk und ProSiebenSat.1 also, die Finanzierungslücke anderweitig zu schließen. Helfen dürfte dabei nun die Förderung, die die Film- und Medienstiftung laut Mitteilung vom Dienstag gewährt hat: 1,5 Millionen Euro kommen aus diesem Topf. Als Sender wird in der Fördermitteilung nun tatsächlich nur noch Seven.One aufgeführt. Sat.1-Sprecher Christoph Körfer sagt gegenüber DWDL.de kurz und knapp: "Wir freuen uns sehr, dass die Film- und Medienstiftung NRW die zweite Staffel 'Der letzte Bulle' fördert."

Entstehen sollen laut Förderantrag acht weitere Folgen. Während Henning Baum, Torben Liebrecht und Peri Baumeister auch in den neuen Folgen vor der Kamera stehen werden, werden Thomas Nennstiel und Friedericke Heß die Serie nach den Büchern von Regine Bielefeld und Marcus Raffel inszenieren. In der Beschreibung heißt es: "Nachdem Mick seine Familie verliert, fokussiert er sich auf seine Wahlfamilie im Revier. Beruflich bleibt er sich treu – gerät dabei aber ins Visier von Ralf Berger, der seine Methoden hinterfragt und eigene Karriereziele verfolgt. Carolin hat sich für ein selbstbestimmtes Leben entschieden, doch die Verbindung zu Mick und Ralf bleibt spannungsgeladen. Familie ist nicht Herkunft, sondern wer in entscheidenden Momenten an deiner Seite steht."

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