Alles war bestens vorbereitet: Jella Haase stand als Hauptdarstellerin fest und eigentlich sollte im Oktober gedreht werden. Doch nur wenige Wochen vor Produktionsbeginn der Serienadaption von "Die Päpstin" hat Constantin Film eines der wohl ambitioniertesten TV-Projekte des Jahres gestoppt. Wie eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber der "Welt" bestätigte, sind die Vorbereitungen für das Remake abgebrochen worden.

Das Blatt berichtet, dass ein Finanzierungspartner kurzfristig abgesprungen sein könnte. Entsprechende Informationen liegen auch dem Medienmagazin DWDL.de vor. Durch den kurzfristigen Ausfall ist das Projekt, das Constantin Film zusammen mit der ARD Degeto umsetzen wollte, erstmal geplatzt, wenngleich man in München den Glauben noch nicht vollends aufgeben will. "Wir hoffen, dass es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch verwendet werden kann", lässt sich eine Constantin-Sprecherin mit Blick auf das Set, das bereits in der fränkischen Festung Wülzburg aufgebaut war, zitieren.

Das kurzfristige Aus der deutsch-tschechischen Koproduktion ist letztlich auch deshalb bemerkenswert, weil "Die Päpstin" als 20 Millionen Euro teures Großprojekt angelegt war. Fördermittel waren bereits zugesagt: Eine Million sollte aus Bayern kommen, weitere 300.000 Euro steuerte das Medienboard Berlin-Brandenburg bei. Geplant waren sechs Folgen, bei denen Katrin Gebbe nach Drehbüchern von Headautorin Liz Lake und Nicki Bloom Regie führen sollte. 

Nun liegt die Adaption also erstmal auf Eis. Dabei hatte die Serie für die Constantin Film eine ganz besondere Bedeutung, schließlich sollte sie mehr als 15 Jahre nach Sönke Wortmanns Verfilmung von Donna Cross' Bestseller entstehen. Constantin-Chef Oliver Berben hatte bereits Anfang vergangenen Jahres angekündigt, dass der Stoff "auf unfassbar freche, moderne und politisch sehr inkorrekte Weise" umgesetzt werden soll. Man wolle mit der Serie auch eine "starke Brücke zum Heute" schlagen, erklärte er.

"Die Päpstin" - im Original: "Pope Joan" - erzählt eine große Täuschung in der Geschichte der Kirche: Eine Frau in Männerkleidung steigt zur mächtigsten Figur des christlichen Reiches auf: zur Päpstin. Die Geschichte gilt als eine der bekanntesten Legenden der Kirchengeschichte. Nach heutigem Kenntnisstand hat es aber niemals eine Päpstin gegeben.