Schon im Herbst vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die USA die Regelungen für Journalisten-Visa verschärfen will und diese künftig nur noch mit einer Laufzeit von 240 Tagen ausstellen will - ein Problem vor allem für all jene ausländischen Medien, die ein dauerhaftes Netz von Korrespondentinnen und Korrespondenten unterhalten. Weltweit haben daher bereits über 100 Medienorganisationen und Verbände gegen die Pläne protestiert, geändert hat das bislang aber nichts. Nun rückt der 15. September, an dem die neuen Regeln in Kraft treten sollen, näher.

Daher haben sich hierzulande erneut zahlreiche Medien zusammengetan, um die Bundesregierung noch einmal um Unterstützung zu bitten - ähnlich wie schon im September vergangenen Jahres. In einem gemeinsamen Brief appellieren sie namentlich an Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul, "alle Ihnen zur Verfügung stehenden politischen und diplomatischen Mittel zu ergreifen, um die weitere ungehinderte, freie Berichterstattung aus den USA zu gewährleisten und einen bedenklichen Präzedenzfall für den Umgang demokratischer Staaten mit ausländischer Berichterstattung zu verhindern."

Zwar können die Journalistenvisa immer wieder um weitere 240 Tage verlängert werden, dies sei jedoch umständlich und die Prozeduren seien unklar. "Wir kennen ähnlich kurze Zeitspannen nur aus Staaten, die die Meinungsfreiheit begrenzen oder Berichterstattung erschweren wollen. Wir sind zutiefst besorgt, dass nun auch die Vereinigten Staaten diese Richtung einschlagen", heißt es in dem Brief, der von öffentlich-rechtlichen und privaten Medien sowie Verleger-Verbänden unterzeichnet wurde.

Im Einzelnen sind das der ARD-Vorsitzende Florian Hager, Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue, der ProSiebenSat.1-Vorstandsvorsitzende Marco Giordani, RTL Deutschland-CEO Stephan Schmitter, Deutsche Welle-Intendantin Barbara Massing, ZDF-Intendant Norbert Himmler sowie mit Matthias Ditzen-Blanke und Lars Joachim Rose die Vorsitzenden der Verleger-Verbände BDZV und MVFP. Sie unterstreichen, dass "Meinungsbildung auf der Grundlage unvoreingenommener Informationen ein Eckpfeiler unserer Demokratien" sei - und ein Korrespondenten-Netz dafür von hohem Wert.