Wer am Montag in Sachsen-Anhalt die Programme und Inhalte des MDR konsumierte, könnte sich immer mal wieder über kurze Momente der Stille oder leere Flächen im Netz gewundert haben. Dahinter steckt nicht etwa ein technischer Fehler, sondern vielmehr Absicht - genauer gesagt eine Kampagne, mit der der öffentlich-rechtliche Sender darauf aufmerksam machen will, was fehlen würde, sollte die AfD nach der bevorstehenden Landtagswahl den MDR-Staatsvertrag kündigen.
Auch im Regionalmagazin "Sachsen-Anhalt heute" machte der MDR die Aktion am Montag zum Thema und sendete völlig unvermittelt für mehrere Sekunden ein Schwarzbild, gefolgt von einer kurzen Erklärung: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts", sagte eine Stimme aus dem Off und ergänzte: "Keinen MDR in Sachsen-Anhalt? Das könnte passieren."
Im Anschluss daran folgte ein Interview mit MDR-Intendant Ralf Ludwig, der auf die aus seiner Sicht bestehende Notwendigkeit für die Kampagne hinwies. Viele Menschen seien sich schlicht der Folgen einer Kündigung des MDR-Staatsvertrags bewusst. Daher wolle man "an ausgewählten Stellen informierend darauf hinzuweisen und publizistisch einordnen, was alles fehlen würde, wenn es den MDR in Sachsen-Anhalt im Fernsehen, im Radio und auch auf Social Media nicht mehr geben würde", so Ludwig.
Bereits vor wenigen Wochen hatte der MDR-Intendant in einem "Spiegel"-Interview erklärt, davon auszugehen, dass der MDR die Staatsverträge kündigen werde, sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit holen. "Die Leidtragenden wären in erster Linie die Menschen, die den MDR und seine unabhängigen Angebote sehr stark nachfragen und schätzen", sagte Ludwig (DWDL.de berichtete). Klar ist: Die Kündigungsfrist beträgt zwei Jahre - konkrete Veränderungen würden also erst 2029 spürbar werden.
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