Was als vor rundf ünf Jahren als Netzwerk für Koproduktionen und den Austausch unter Produzenten begann, wird nun in eine formalisierte Struktur überführt: "The Creatives" wird zur Holding. Die neun beteiligten Produktionsfirmen bringen ihre Unternehmen in die neue Gesellschaft ein, die von ihren insgesamt 17 Produzenten gemeinsam kontrolliert wird. Als Minderheitsinvestor kommt Anton Studios hinzu. Nach mehreren Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit sei nun der Zeitpunkt gekommen, daraus eine Gruppe zu machen, erklärte CEO Romain Bessi gegenüber "Variety".

Bessi, der bis 2024 Chairman und CEO von Newen Studios (jetzt Studio TF1) und davor für Studiocanal und Canal+ tätig war, kam vor rund anderthalb Jahren zu dem Vorhaben hinzu und kümmerte sich seitdem um die konkrete Ausgestaltung der Holding und die Suche nach einem Investor. Gesucht wurde dabei demnach ein europäischer Partner, der sich mit der Film- und Fernsehbranche auskennt und lediglich eine Minderheitsbeteiligung übernimmt. Fündig wurde man schließlich bei Anton Studios.

An der grundlegenden Idee soll der Einstieg des Investors nichts ändern: Die Kontrolle bleibt bei den Produzenten. Die einzelnen Unternehmen behalten ihre Namen, Teams und ihre jeweilige kreative Führung. Auch die Entscheidung darüber, welche Projekte entwickelt und produziert werden, bleibt bei den jeweiligen Produzenten.

Zur Gruppe gehören neben Komplizen Film und Razor Film aus Deutschland die französischen Firmen Haut et Court und Unité, Good Chaos aus Großbritannien, Lemming Film aus den Niederlanden und Belgien, Maipo Film aus Norwegen sowie Spiro und Masha. Letztere arbeiten international beziehungsweise mit Standorten in Israel und den USA.

Die neue Organisationsstruktur soll den beteiligten Unternehmen trotzdem mehr Gewicht im internationalen Geschäft geben, in dem "The Creatives" als Holding stärker als gemeinsamer Ansprechpartner für internationale Auftraggeber, Streamingdienste und Vertriebe auftreten kann. Wer auf der Suche nach europäischen Stoffen und Talenten ist, soll über die Gruppe Zugang zu Produzenten aus mehreren Ländern erhalten, ohne dafür jeweils einzelne Partnerschaften aufbauen zu müssen. Bessi spricht gegenüber "Variety" von einem "One-Stop-Shop für internationale Abnehmer".