Es war ein echter Übernahme-Thriller mit zahlreichen Wendungen, am 6. Oktober 2026 ist David Ellison aber tatsächlich an seinem Ziel angekommen: Paramount Skydance schließt die Übernahme von Warner Bros. Discovery ab und zahlt den WBD-Aktionären 31,01666668 Dollar je Aktie, in Summe also rund 111 Milliarden Dollar. Wie schon vor einigen Tagen bekannt wurde, hört das fusionierte Unternehmen künftig auf den Namen Skydance, die einzelnen Studios Paramount und Warner Bros. führen ihre traditionsreichen Marken aber weiterhin und werden bis auf weiteres auch getrennt geführt.

David Ellison, Chairman und CEO von Skydance, spricht von einem "historischen Tag, nicht für für Skydance, sondern für die gesamte Branche". Ellison weiter: "Von Anfang an war es unser Ziel, diese beiden traditionsreichen Studios zusammenzuführen und einen stärkeren Wettbewerber zu schaffen – mit dem Talent, den Ressourcen und der Reichweite, um großartige Geschichten in jedem Genre, auf jeder Plattform und für ein weltweites Publikum zu erzählen. Dieses Ziel ist nun Realität." Nun liege der Fokus auf der Zukunft: "dem Aufbau eines Unternehmens, das Kreative fördert, das Publikum unterhält und die Aktionäre belohnt. Wir freuen uns sehr darauf, loszulegen."

Es wird eine gewaltige Herausforderung sein, die beiden zuvor schon weitverzweigten Konzerne zusammenzubringen und entsprechende Synergien zu heben - was dringend notwendig ist, weil die Übernahme den ohnehin schon gewaltigen Schuldenberg noch stark erhöht . Am Ende wird er sich wohl auf rund 80 Milliarden Dollar belaufen - bei einem erwarteten Jahresumsatz von rund 70 Milliarden Dollar. Die erwarteten Synergien durch den Zusammenschluss beziffert Skydance auf sechs Milliarden Dollar in den nächsten drei Jahren. Die Einsparungen sollen vor allem aus den Bereichen Technologie, Integration und Beschaffung, Marketing sowie durch die Optimierung des Immobilienportfolios kommen - Personaleinsparungen nennt man also explizit nicht, auch die wird es aber sicherlich geben.

Ziel ist es, den Nettoverschuldungsgrad bis Ende 2029 auf das 3,0-fache zu senken und bis 2030 einen Free-Cashflow von mehr als 10 Milliarden US-Dollar zu generieren. Dabei hat Skydance durch den zuletzt ausgehandelten Vergleich mit den klagenden Generalstaatsanwaltschaften allerdings nicht komplett freie Hand. So verpflichtete sich Paramount dazu, jährlich mindestens 30 hochwertige Kinofilme zu produzieren, die jeweils mindestens 45 Tage im Kino zu sehen sein müssen, ehe sie dann anderweitig verwertet werden können. 

Die Filmstudios werden in der Skydance Motion Picture Group gebündelt, die von Dana Goldberg und Josh Greenstein geleitet werden, also dem bisherigen Führungsduo von Paramount Pictures. Sie haben zusätzlich künftig also auch bei Warner Bros. das Sagen. Die DC Studios werden weiterhin von Peter Safran und James Gunn geleitet.

Eine Herausforderung wird die künftige Aufstellung im Streaming: Dort betreibt man mit Paramount+ und HBO Max derzeit zwei getrennte Streaming-Dienste. Zuletzt war zu hören, dass die Angebote vorerst weiter getrennt bleiben und in Bundles angeboten werden sollen - ob das reicht, um den Rückstand auf die Platzhirsche aufzuholen, bleibt abzuwarten.

Sicher ist aber, dass diese Frage künftig in Casey Bloys Verantwortungsbereich fallen wird. Er wurde am Montagabend nun auch offiziell als neuer Chief Creative Officer des Direct-To-Consumer-Geschäfts von Skydance vorgestellt und verantwortet somit also HBO Max und Paramount+ u.a. hinsichtlich der Eigenproduktionen und der Strategie. Bloys wurde 2016 HBO-Programmchef und verantwortete zuletzt die HBO und HBO Max-Inhalte. Sein vorheriges Paramount-Pendant Cindy Holland hat das Unternehmen kurz vor der Fusion verlassen.

George Cheeks wiederum wird Chief Content Officer des TV-Bereichs von Skydance. Er führt damit die Warner Bros. Television Studios, die CBS Studios und die Paramount Television Studios sowie CBS, die über 50 Kabelsender, die künftig in den USA und weltweit zum Konzern gehören. Das Portfolio reicht hier künftig also von Comedy Central und MTV bis zum Discovery Channel, TLC und hierzulande auch DMAX und Tele 5. Cheeks war bislang CBS-Chef und Co-CEO von Paramount Global. Keine Änderung gibt es an der Spitze von CNN, dort behält weiterhin Mark Thompson das Sagen.

Neben David Ellison, der als Chairman und CEO an der Spitze des Konzerns steht, übernimmt Ynon Kreiz den Posten des Co-CEO. Er kommt vom Barbie-Konzern Mattel und soll sich um das Tagesgeschäft und die Integration der beiden Unternehmen kümmern, während Ellison sich mehr strategischen Fragen widmen will. Andy Gordon wiederum fungiert künftig als President von Skydance und wird als solcher eng mit Ellison und Kreiz zusammenarbeiten. Als Chief Strategy Officer von Paramount war er zuletzt schon maßgeblich mit der Übernahme beschäftigt. Finanzchef wird Dennis Cinelli, bislang schon Paramount-CFO.

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