Das Medienprojekt NRWision wird nach 17 Jahren Ende 2026 seinen Betrieb einstellen. Die Landesanstalt für Medien NRW hat bereits vor längerem entschieden, die seit 2009 bestehende finanzielle Förderung auslaufen zu lassen. Zwischenzeitlich hatte sich das an der TU Dortmund angesiedelte Team zwar noch um andere Kooperationspartner bemüht, bislang aber erfolglos - "auch da noch nicht klar ist, wie sich die bürgermediale Förderung ab 2027 in Nordrhein-Westfalen gestaltet", wie es auf der Website von NRWision heißt.

NRWision war 2009 als "TV-Lernsender.NRW" ins Leben gerufen worden. Jede Bürgerin und jeder Bürger aus NRW konnte seither Beiträge einreichen, für die das Team dann ein redaktionelles und technisches Feedback gab und sie auch medienrechtlich prüfte, ehe sie auf dem linearen Sender ausgestrahlt und sowie in einer eigenen Mediathek veröffentlicht wurden. Seit 2017 bezieht sich das nicht mehr nur auf Video-, sondern auch auf Audiobeiträge.

Angesichts des nahenden Endes können neue Beiträge nun nur noch bis zum 18. November hochgeladen werden, damit sie noch dieses Jahr veröffentlicht werden können. Über das Jahresende hinaus soll das Archiv bestehen bleiben, auch dort ist die Finanzierung aber noch nicht abschließend geklärt. Zum Finale wird man ab dem 1. Dezember ein Sonderprogramm senden - nicht nur mit Beiträgen aus den vergangenen 17 Jahren, sondern auch mit neu produziertem Material. Gefragt sind Beiträge und kurze Mitteilungen, aus denen hervorgehen soll, was den jeweils Einsendenden die Arbeit für NRWision bedeutet habe. 

Über 1.500 Gruppen und Einzelpersonen haben sich bis heute bei NRWision mit ihren Audio- und Videobeiträgen beteiligt. Im Frühjahr sagte Michael Steinbrecher, Projektleiter von Institut für Journalistik an der TU Dortmund: "Wir danken der LfM für die außerordentlich lange und erfolgreiche Zusammenarbeit und das Arbeiten an gemeinsamen Zielen. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation kann man die Bedeutung einer solchen Plattform für die Demokratie nicht hoch genug werten." Trotzdem hat sie nach derzeitigem Stand keine Zukunft.