Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat Aussagen des AfD-Politikers Ulrich Siegmund kritisiert. Siegmund, der sich im Dezember zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt wählen lassen will, hatte zuvor dem "heute-show"-Reporter Fabian Köster auf den Fluren des Magdeburger Landtags nahegelegt, sich einen neuen Job zu suchen und auf eine mögliche Kündigung des Medienstaatsvertrags verwiesen. Ausgestrahlt wurden die Szenen in der jüngsten Ausgabe der "heute-show" im ZDF.

"Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.

Das ZDF wies unterdessen darauf hin, dass seine journalistische Unabhängigkeit durch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt nicht angetastet werde. Diese sei durch die im Grundgesetz garantierte Rundfunkfreiheit, die staatsferne Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und klare redaktionelle Verantwortung geschützt. "Regierungen und Parteien können dem ZDF keine Vorgaben für seine Berichterstattung machen", erklärte eine Sendersprecherin gegenüber "T-Online".

Besorgt äußerte sich der DJV zudem mit Blick auf Berichte, wonach Köster im Anschluss an die Begegnung von einem Team des AfD-nahen Portals „Deutschland-Kurier“ durch die Gänge des Landtags verfolgt worden sein soll. „Parlamentarische Räume müssen Orte sein, an denen Journalistinnen und Journalisten frei und sicher arbeiten können“, sagte Beuster. Der DJV fordert die Verantwortlichen in den Landtagen daher auf, den Schutz der journalistischen Arbeit sicherzustellen.

Köster selbst zeigte sich augenscheinlich unbeeindruckt und scheute die Auseinandersetzung mit Ulrich Siegmund und weiteren AfD-Politikern nicht. Wie der „heute-show“-Beitrag zeigt, konterte der Reporter unter anderem mit Verweis auf die Vetternwirtschaftsaffäre der AfD. Zudem betonte das ZDF, dass die Sicherheit seiner Mitarbeitenden grundsätzlich hohe Priorität habe. . "Mögliche Risiken werden immer im Vorfeld von Einsätzen bewertet, und bei Bedarf werden geeignete Schutzmaßnahmen getroffen", erklärte der Sender. Art und Umfang würden sich nach der "jeweiligen Situation" richten.