Foto: ProSiebenSAT.1 / H.RaunerWährend die Sender ProSieben und kabel eins am Stammsitz des ProSiebenSat.1-Konzerns in Unterföhring beheimatet sind, residiert Sat.1 in der Bundeshauptstadt. Damit könnte einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge aber womöglich demnächst Schluss sein.

Dem Bericht zufolge wird bei ProSiebenSat.1 angesichts der  wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise noch verstärken dürften, mal wieder über einen Umzug von Sat.1 nach Unterföhring nachgedacht. Entsprechende Spekulationen sind nicht neu und tauchten in den vergangenen Jahren bereits des Öfteren auf, bislang bewahrheiteten sie sich aber bekanntlich nie. Diesmal soll dem "Spiegel" zufolge der Vorstand aber bereits hinter den Umzugsplänen stehen, auch wenn es bislang keinen offiziellen Beschluss gebe. Befürchtet werde vor allem, dass es politischen Ärger geben könnte, daher sollen in den kommenden Wochen Gespräche mit der Politik geführt werden.

Zudem sind die Einsparmöglichkeiten ohnehin zumindest kurz- und mittelfristig eng begrenzt. Der Umzug würde den Konzern gerade im kommenden schweren Jahr noch einmal zusätzlich finanziell belasten, zumal für das Berliner Domizil ein langfristiger Mietvertrag besteht, aus dem ProSiebenSat.1 wohl nicht ohne weiteres kurzfristig herauskommen dürfte. Dennoch erhoffe man sich auf von einem Umzug auf Dauer Einsparungen, so der "Spiegel" - und das auch, weil man mit dem Umzug elegant einen Stellenabbau verbinden könnte, da ein Teil der Mitarbeiter wohl nicht mit nach Unterföhring ziehen würde.

Ob Umzug oder nicht: ProSiebenSat.1 wird so oder so wohl auch im kommenden Jahr einen strikten Sparkurs fahren müssen. Aus Konzernkreisen will der "Spiegel" erfahren haben, dass im kommenden Jahr noch einmal rund 100 Millionen Euro eingespart werden müssten. Zudem würden die Eigentümer KKR und Permiera über eine Kapitalspritze für das nach der SBS-Übernahme hochverschuldete ProSiebenSat.1 erwägen. Die würde aber wohl allenfalls bei einem starken Einbruch des Werbemarkts 2009 nötig. Akute Pläne gebe es derzeit noch nicht, so der "Spiegel".
 
Neue Erkenntnisse, wie es um die wirtschaftliche Situation des Konzerns wirklich bestellt ist, sind für den Donnerstag dieser Woche zu erwarten. Dann veröffentlicht ProSiebenSat.1 die Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Allzu gut dürften die freilich nicht ausgefallen sein. Im September hatte der Konzern bereits eine Gewinnwarnung ausgesprochen - und auf dem Werbemarkt hat sich die Situation seither noch weiter verschlechtert.