Der Sendeplatz am späten Freitagabend gegen die "heute-show" kann man getrost als Wagemut bezeichnen - auch wenn Sat.1 zunächst nur acht Folgen der Neuauflage der "Wochenshow" angekündigt hat, die ab Freitag zu sehen sein sollen. Für Ingolf Lück, der schon in den 90ern durch die Sendung führte, hat sich indes nicht allzu viel verändert. "Das Bett bleibt dasselbe, aber ich liege mit anderen Kollegen drin", sagte er in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau".
"Die 'Wochenschau' ist ein Rückblick, heute wie damals wird sie frisch gemacht. Aber das ist riskanter geworden", so Lück. "Als wir 1996 anfingen, war Helmut Kohl noch Bundeskanzler. Heute müssen wir uns fragen: Soll man einen Sketch mit Guido Westerwelle drehen, wenn der vielleicht schon übermorgen nicht mehr Bundesaußenminister ist?" Unterschiede zur "heute-show" sieht Lück vor allem in der Aufbereitung des aktuellen Geschehens: "Die Kollegen parodieren keine Politiker. Aber wir."
Im Vergleich den zu den ersten "Wochenshow"-Jahren sieht Ingolf Lück Veränderungen in der Art, Fernsehen zu machen - das Internet sieht er allerdings nicht als große Konkurrenz. "Es wird mehr und schneller geschnitten. Die Live-Sketche werden auch knackiger. Aber letztlich gilt: Fernsehen ist Fernsehen, und Youtube ist Youtube", so Lück in der "FR". "Wir gehen davon aus, dass sich der Zuschauer die Zeit nimmt, die Woche an sich vorüberziehen zu lassen." Der Blick auf die Quoten dürfte am Samstag einen ersten Aufschluss darüber geben, ob Lück recht behält.
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